Aktive latente Steuern

Latente Steuern werden gebildet, wenn eine temporäre, also eine zeitlich vorübergehende, Differenz, vorliegt. Bei einer temporären Differenz gleicht sich ein Unterschied zwischen dem handelsrechtlichen Jahresüberschuss und dem steuerrechtlichen Jahresüberschuss automatisch (!) im Zeitablauf aus.

Beispiel:

Im Januar 2020 wird eine Maschine für 2.000 € angeschafft, welche eine handelsrechtliche Nutzungsdauer von vier Jahren und eine steuerrechtliche Nutzungsdauer von fünf Jahren aufweist. Die Abschreibungen werden linear vorgenommen, der Grenzsteuersatz der Unternehmung liegt bei 30 %. 

Ist die vorliegende Differenz temporär oder nicht?

Wir rechnen wie folgt.

In den Jahren 1 bis 4 beträgt die handelsrechtliche Abschreibung 2.000/4 = 500 €, die steuerrechtliche hingegen 2.000/5 = 400 €. In den Jahren 1 – 4 liegt der handelsrechtliche Aufwand viermal um 100 € über dem steuerrechtlichen. Im letzten Jahr, dem fünften, hingegen liegt der handelsrechtliche Aufwand mit 0 € um 400 € unterhalb des steuerrechtlichen Aufwands von 400 €. Die Differenz zwischen dem handels- und dem steuerrechtlichen Aufwand ist damit temporär, weil sie sich automatisch ausgleicht.

Wie unterscheidet man nun 

– aktive und 

– passive 

latente Steuern voneinander? 

Bei aktiven latenten Steuern gilt, dass anfänglich der handelsrechtliche Jahresüberschuss unterhalb des steuerrechtlichen Jahresüberschusses liegt und irgendwann sich diese Differenz umdreht.

LAMBERT-REGEL:

In Zeichen gesprochen, gilt also  anfänglich “JÜ_HR < JÜ_StR”.  das Zeichen “<”  lässt sich hierbei als Pfeilspitze verstehen, welche auf die Aktiv(!)seite zeigt. 😉 Diese Regel ist selbstverständlich vollkommen unwissenschaftlich und in der Klausur deshalb bitte nicht zu benutzen. Als Merkregel hingegen halten wir sie für nicht gerade schlecht. 😉

Beispiel:

Im Januar 2020 wird eine Maschine für 2.000 € angeschafft, welche eine handelsrechtliche Nutzungsdauer von vier Jahren und eine steuerrechtliche Nutzungsdauer von fünf Jahren aufweist. Die Abschreibungen werden linear vorgenommen, der Grenzsteuersatz der Unternehmung liegt bei 30 %.

Liegen im vorliegenden Fall latente Steuern vor? Wenn ja, welche?

Dass im vorliegenden Fall eine temporäre Differenz gegeben ist, hatten wir weiter oben gezeigt. Fraglich ist also, ob wir aktive oder passive latente Steuern gegeben sind. Da der handelsrechtliche Aufwand im ersten Jahr, also 2020, bei 2.000/4 = 500 € liegt  und der steuerrechtliche Aufwand hingegen bei 2.000/5 = 400 €,  ist der Jahresüberschuss nach Handelsrecht um 100 € unterhalb des steuerrechtlichen Jahresüberschusses. In Zeichen ausgedrückt: “JÜ_HR < JÜ_StR”. Mit anderen Worten liegt eine aktive latente Steuer in den Jahren 1 bis 4 vor. 

Beispiel:

Im Januar 2020 wird eine Maschine für 2.000 € angeschafft, welche eine handelsrechtliche Nutzungsdauer von vier Jahren und eine steuerrechtliche Nutzungsdauer von fünf Jahren aufweist. Die Abschreibungen werden linear vorgenommen, der Grenzsteuersatz der Unternehmung liegt bei 30 %.

Berechne die latenten Steuern der Jahre 1 bis 5.

Der Unterschiedsbetrag zwischen den Jahren liegt in den Jahren 1 – 4 bei 500 – 400 = 100 €, die latente Steuer folglich bei 0,3*100 = 30 €. In den Jahren 1 – 4 wird also jeweils eine latente Steuer von 30 € (zusätzlich)  gebildet. Im fünften Jahr ist der Unterschiedsbetrag zwischen den beiden Jahresüberschussen 400 €. Die zu bildende passive latente Steuer im Jahr 5 beträgt damit 0,3*400 = 120 €. 

Wie wird nun die latente Steuer berechnet? Man kalkuliert

latente Steuer = Steuersatz*(Betrag des Unterschieds des handelsrechtlichen und steuerrechtlichen Jahresüberschusses).

LAMBERT-REGEL:

Nicht nur gleichen sich also die Differenzen über die Laufzeit aus, sondern auch die latenten Steuern.

Z.B. in den folgenden Fällen liegen insgesamt aktive latente Steuern vor:

– Ansatz einer Drohverlustrückstellung

– handelsrechtliche Nutzungsdauer größer als steuerrechtliche Nutzungsdauer.

Beim Ansatz einer Drohverlustrückstellung, welche handelsrechtlich passiviert werden muss (§ 249 I 1, 2. Altern. HGB), steuerrechtlich aber nicht passiviert werden darf (§ 5 IVa S. 1 EStG), wird handelsrechtlich ein Aufwand gebildet im jetzigen Jahr, der steuerrechtlich im jetzigen Jahr nicht gebildet werden darf, sondern steuerrechtlich erst in der Zukunft wahrscheinlich gebildet wird. Daraus folgt, dass handelsrechtlich der Jahresüberschuss geringer ist steuerrechtlich im gegenwärtigen  Jahr.

Bezüglich der Nutzungsdauer lässt sich sagen, dass wenn die handelsrechtliche Nutzungsdauer kleiner ist als die steuerrechtliche, dass dann handelsrechtlich anfänglich mehr abgeschrieben wird als steuerrechtlich und dass sich diese Differenz aber umkehrt in der Zukunft.

 

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