Vorauszahlungen auf Personensteuern

Viele steuerliche Vorauszahlungen  sind nach § 10 Nr. 2 KStG wieder hinzuzurechnen, um zunächst die korrekte steuerliche Bemessungsgrundlage zu kalkulieren. Diese ist dann im Falle der Körperschaftsteuer mit 15 % zu multiplizieren und danach mit der Vorauszahlung zu vergleichen. Es kommt sodann zu einer körperschaftsteuerlichen Nachzahlung oder zu einer körperschaftsteuerlichen Erstattung.

Beispiel:

Die X-AG aus Bochum hatte einen Jahresüberschuss im Jahr 2021 in Höhe von 210.000 € ausgewiesen. Hierbei kam es zu folgenden steuerlichen Vorauszahlungen:

– Körperschaftsteuer-Vorauszahlungen für 2021: 13.529 €

– Vorauszahlungen auf den Solidaritätszuschlag für 2021: 744 €

Ansonsten kam es zu keinen inner- bzw. außerbilanziellen Korrekturen.

Berechne das zu versteuernde Einkommen.

Die körperschaftsteuerlichen Vorauszahlungen als auch die Vorauszahlungen auf den Solidaritätszuschlag sind, handelsrechtlich gesehen, als Aufwand zu betrachten. Sie hatten folglich den Jahresüberschuss gemindert. Es ist nun, um die korrekte steuerliche Bemessungsgrundlage zu berechnen, eine Hinzurechnung nach § 10 Nr. 2 KStG  vorzunehmen. 

Jahresüberschuss nach Handelsrecht210.000 €
zzgl. Körperschaftsteuer-Vorauszahlung13.529 €
zzgl. Vorauszahlung auf Solidaritätszuschlag744 €
= zu versteuerndes Einkommen224.273 €

Die korrekte Körperschaftsteuerschuld für das Jahr 2021 liegt nun bei

Körperschaftsteuer = 0,15*zvE = 0,15*224.273 = 33.640,95 €. 

Der Solidaritätszuschlag liegt damit bei

Solidaritätszuschlag = 0,055*Körperschaftsteuer = 0,055*33.640,95 = 1.850,25 €.

Mithin ist eine Nachzahlung für die Körperschaftsteuer zu leisten in Höhe von 33.640,95 – 13.529 = 20.111,95 €. Die zu leistende Nachzahlung für den Solidaritätszuschlag liegt im Jahre 2021 bei 1.850,25 – 744 = 1.106,25 €.  

Wichtig ist, dass es sich bei der Hinzurechnung nach § 10 Nr. 2 KStG um Personensteuern ( Auch juristische Personen sind Personen!) handeln muss. Die Körperschaftsteuer als auch der Solidaritätszuschlag sind Personensteuern, die Gewerbesteuer hingegen eine Objektsteuer. Die Vorauszahlungen auf die Gewerbesteuer sind also nicht hinzuzurechnen nach § 10 Nr. 2 KStG. 

LAMBERT-METHODE:

Die gewerbesteuerlichen Vorauszahlungen sind allerdings hinzuzurechnen nach § 4 Vb EStG. 

Weiterhin ist zu beachten, dass nur Hinzurechnungen auf die eigene (!) Steuer Für die Hinzurechnungsvorschrift des § 10 Nr. 2 KStG relevant sind.

Beispiel:

Die X-AG aus Bochum zahlt Lohnsteuer in Höhe von insgesamt 19.000 € für das Jahr 2021. Sind diese ebenfalls für die Berechnung des zu versteuernden Einkommens dem handelsrechtlichen Jahresüberschuss hinzuzurechnen?

Bei der Lohnsteuer handelt es sich zwar um eine Personensteuer, denn sie ist eine spezielle Veranlagungsform der Einkommensteuer und damit Personensteuer für natürliche Personen. Aber es handelt sich bei ihr nicht um eine Personensteuer der X-AG, sondern um eine Personensteuer anderer (!) Personen, nämlich der Arbeitnehmer der X-AG. 

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