Dividendenprivileg

Wenn eine Kapitalgesellschaft von einer anderen Kapitalgesellschaft Gewinnausschüttungen erhält, so sind diese Gewinnausschüttungen bei der empfangenden Kapitalgesellschaft körperschaftsteuerfrei (in Höhe von 95 %), wenn die Beteiligungsquote bei mindestens 10% liegt. 

Beispiel: 

Die Marta-AG aus Berlin hält an der Dominique-AG, einem Anbieter von Beratungsleistungen, 15 % der Anteile. Die Dominique-AG schüttet im Jahre 2021 insgesamt eine Dividende von 100.000 € aus.

Da der Marta-AG eine Dividende in Höhe von 0,15*100.000 = 15.000 € zusteht, schüttet die Dominique-AG also 15.000 € an die Marta-AG aus. Diese sind bei der Martha-AG handelsrechtlich als Ertrag zu verbuchen und erhöhen folglich den handelsrechtlichen Jahresüberschuss. Körperschaftsteuerlich hingegen sind sie (zumindest zu 95 %) steuerfrei, denn die Beteiligung liegt bei mindestens 10 % (§ 8b IV 1 KStG). Man rechnet folglich 

Dividende (100 %), § 8b I 1 KStG: 15.000 €

zzgl. nicht abzugsfähige Betriebsausgabe (5 %),

8b V 1 KStG: 0,05*15.000 = 2.250 €

 

LAMBERT-METHODE: 

In der Prüfung dürfen diese beiden Zahlen, also 15.000 € und 2.250 €, nicht miteinander saldiert, sie müssen vielmehr einzeln ausgewiesen werden.

Beispiel: 

Die Marta-AG aus Berlin hält an der Dominique-AG, einem Anbieter von Beratungsleistungen, 8 % der Anteile. Die Dominique-AG schüttet im Jahre 2021 insgesamt eine Dividende von 100.000 € aus.

In diesem Fall, nämlich dass die Marta-AG lediglich 8 % der Anteile an der Dominique-AG hat, ist das Dividendenprivileg nicht anwendbar. Die handelsrechtlichen Erträge bleiben körperschaftsteuerrechtlich steuerpflichtig.

 

LAMBERT-REGEL:

Der Sinn des Dividendenprivilegs ist, dass es ohne seine Gülltigkeit zu einer Doppelbesteuerung käme. Zum einen würde die Körperschaft mit 15 % Körperschaftsteuer belastet, zum anderen würden die Anteilseigner an der Körperschaft danach Einkommensteuer auf dieselben Erträge schulden. Es käme damit zu einer Doppelbesteuerung derselben Einkünfte.

Beispiel: 

Die Marta-AG aus Berlin hält an der Dominique-AG, einem Anbieter von Beratungsleistungen, 15 % der Anteile. Die Dominique-AG schüttet im Jahre 2021 insgesamt eine Dividende von 100.000 € aus. Marta aus Berlin ist alleinige Anteilseignerin an der Marta-AG.

Ohne das Dividendenprivileg würde die Marta-AG eine Körperschaftssteuer von Körperschaftsteuersatz* Dividendenerträge = 0,15*15.000 = 22.500 € schulden. Die Marta, Anteilseignerin der Marta-AG, würde danach auf die ausgeschütteten 77.500 €  wiederum ihre persönliche Einkommensteuer schulden. Es käme damit zu einer Doppelbelastung derselben Einkünfte, nämlich der 15.000 € Dividende von der Dominique-AG an die Marta-AG, mit Körperschaftsteuer als auch mit Einkommensteuer.

 

LAMBERT-METHODE:

Man beachte, dass die Nichtberücksichtigung der Dividende bei der Körperschaftsteuer nicht auch zusätzlich bei der Gewerbesteuer gilt. Man wird deshalb bei der Gewerbesteuer eine Hinzurechnung derselben im Allgemeinen durchführen (§ 8 Nr. 5 GewStG).

 

Vimeo

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von Vimeo.
Mehr erfahren

Video laden

SEE ALLAdd a note
YOU
Add your Comment
 

Über Uns

Wir bieten seit 1994 Unterricht für BWL, VWL, Statistik und Mathematik. Mit uns bereiten Sie sich optimal auf Ihre Prüfung vor - kurz, knapp und auf den Punkt gebracht. Sie haben bei uns die Möglichkeit der Gruppenkurse und des Einzelunterrichts, der Präsenzkurse und der Skriptsammlungen.

Wer ist Online?

Profilbild von Daniel Lambert