Forderungen

Relativ gleichzeitig mit der Erzielung von Umsatzerlösen passiert eine der folgenden beiden  Möglichkeiten. Entweder kommt es zur Einzahlung aus diesem Umsatzerlös und damit zum Buchungssatz

Guthaben bei Kreditinstituten an  Umsatzerlöse,

oder aber, wenn kein sofortiger Zahlungseingang zu verzeichnen ist, entsteht eine sog. Forderung.

Der Buchungssatz wäre dann

Forderung an Umsatzerlöse.

Da Forderungen nicht dazu bestimmt sind, dauernd dem Geschäftsbetrieb zu dienen, sind sie Teil des Umlaufvermögens (§ 247 II HGB Umkehrschluss). 

Ausgewiesen werden sie unter § 266 II B II HGB “Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände”. 

Man bewertet Forderungen zu ihren Anschaffungskosten (§ 253 I 1 HGB). Als Teil des Umlaufvermögens werden sie nicht planmäßig, wohl aber möglicherweise außerplanmäßig abgeschrieben (§ 253 IV 1 HGB).

Beispiel:

Die X-AG verkauft am 2.1.2021 Waren an die Y-AG für 20.000 €, die allerdings noch nicht bezahlt werden. Am 30.11.2021 meldet die Y-AG Insolvenz an. Die Forderung ist dann nur noch zu 30 % werthaltig.

Zunächst zum Ansatz. Eine Forderung ist anzusetzen nach dem Vollständigkeitsprinzip des § 246 I 1 HGB  und außerdem als Teil des Umlaufvermögens zu behandeln (§ 247 II HGB  Umkehrschluss). Der Ausweis erfolgt unter “Forderungen aus Lieferungen und Leistungen”, § 266 II B II 1 HGB. Die Bewertung zerfällt wie immer in 

– Erst- und 

– Folgebewertung. 

Bei der Erstbewertung sind die Forderungen mit ihren Anschaffungskosten in Höhe von 20.000 € zu aktivieren (§ 253 I 1 HGB). 

Bei der Folgebewertung unterscheiden wir 

– Einzelwertberichtigungen und 

– Pauschalwertberichtigung. 

Bzgl. der Folgebewertung ist am 30.11.2021 die Forderung allerdings außerplanmäßig abzuschreiben (§ 253 IV 1 HGB) nach dem strengen Niederstwertprinzip. Sie unterliegt, mit anderen Worten, einer Einzelwertberichtigung. 

Der Buchungssatz lautet

Abschreibung auf Forderungen 14.000 € an Forderungen 14.000 €.

Die Forderung hat mithin nach der Einzelwertberichtigung noch einen Wert von nur noch 30% des ursprünglichen Werts, also von 0,3*20.000 = 6.000 €. 

Bei der Einzelwertberichtigung kommt es zur Abwertung einer konkreten Forderung. 

Die Pauschalwertberichtigung hingegen hat zur Aufgabe, pauschal und allgemein den gesamten Forderungsbestand abzuwerten, um das Risiko des allgemeinen Zahlungsausfalls abzubilden.

Beispiel:

Nach Vornahme von Einzelwertberichtigungen hat der Forderungsbestand der Z-AG noch einen Wert von 30.000 €. Aus der Vergangenheit ist bekannt, dass es in 3 % der Fälle zu einem Zahlungsausfall kommt.

Die Pauschalwertberichtigung wird vorgenommen in Höhe von 0,03*30.000 = 900 €. Der Forderungsbestand besteht mithin nach der Pauschalwertberichtigung nur noch in Höhe von 29.100 €.

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