Größe einer Kapitalgesellschaft

Bzgl. der Größe einer Kapitalgesellschaft unterscheiden wir nach § 267, 267a HGB

– kleine Kapitalgesellschaften, 

– – kleine Kapitalgesellschaft mit, aber nicht Kleinstkapitalgesellschaften

– – Kleinstkapitalgesellschaften

– mittelgroße Kapitalgesellschaften und 

– große Kapitalgesellschaften.

Die Unterscheidung zwischen diesen Größenklassen wird vorgenommen anhand der drei Merkmale 

– Bilanzsumme, 

– Umsatzerlöse und 

– Anzahl der Arbeitnehmer.

Es gilt folgendes:

Eine Kapitalgesellschaft gilt als klein, wenn sie zwei der folgenden Merkmale (an zwei aufeinanderfolgenden Bilanzstichtagen) nicht überschreiten:

– Bilanzsumme höchstens 6.000.000 €

– Umsatzerlöse höchstens 12.000.000 €

– Anzahl der Arbeitnehmer durchschnittlich höchstens 50.

Bei den kleinen Kapitalgesellschaften gilt, dass wenn mindestens zwei der drei nachstehenden Merkmale nicht überschritten werden, die kleine Kapitalgesellschaft zusätzlich eine sog. Kleinstkapitalgesellschaft ist (§ 267a I 1 HGB):

– Bilanzsumme höchstens 350.000 €

– Umsatzerlöse höchstens 7.000.000 €

– Anzahl der Arbeitnehmer durchschnittlich höchstens 10.

Gilt dies nicht, so ist die kleine Kapitalgesellschaft zwar klein, aber nicht eine sog. Kleinstkapitalgesellschaft.

Sie gilt hingegen als mittelgroß, wenn sie mindestens zwei der o.e. Grenzwerte unterschreitet und jeweils mindestens zwei der nachstehenden Grenzwerte nicht überschreitet:

– Bilanzsumme höchstens 20.000.000 €

– Umsatzerlöse höchstens 40.000.000 €

– Anzahl der Arbeitnehmer durchschnittlich höchstens 250.

Man beachte nochmals, dass das Überschreiten der Grenzwerte an zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren passieren muss (§ 267 IV 1 HGB).

Wenn mindestens zwei der für mittelgroße Kapitalgesellschaften genannten Grenzwerte überschritten werden, so gilt die Kapitalgesellschaft als groß. Zudem ist anzumerken, dass eine kapitalmarktorientierte Kapitalgesellschaft stets als groß gilt (§ 267 III 2 HGB).

Der Sinn der Einteilung von Kapitalgesellschaften  in unterschiedliche Größenklassen ist es,  für kleine als auch mittelgroße Kapitalgesellschaften gewisse Erleichterungen bzgl. der Bilanzierung zu ermöglichen.

So müssen beispielsweise kleine Kapitalgesellschaften keine latenten Steuern ausweisen (§ 274a Nr. 4 HGB). Weiterhin genießen kleine und mittelgroße Kapitalgesellschaften gewisse Erleichterungen bzgl. der Erstellung der Gewinn und Verlustrechnung (§ 276 HGB).

Beispiel:

Die X-AG aus Bielefeld präsentiert in den Jahren 1 und 2 die folgenden Zahlen. Im Jahr 1 hat sie eine Bilanzsumme von 4.000.000 €, ein Jahr später von 6.000.000 €. Die Umsatzerlöse tragen 13.000.000 € und 8.000.000 €. die Anzahl der Arbeitnehmer in den beiden Jahren liegt bei 40 bzw. 48.

Die X-AG ist eine kleine Kapitalgesellschaft, aber keine Kleinstkapitalgesellschaft. Sie  unterschreitet bzw. erreicht die beiden Grenzwerte für die Bilanzsumme und die Arbeitnehmer in den beiden Jahren 1 und 2, überschreitet hingegen jenen für die Umsatzerlöse. Da sie mindestens zwei der Grenzwerte nicht überschreiten soll an zwei aufeinanderfolgenden Jahren, ist sie eine kleine Kapitalgesellschaft. Die Grenzwerte aus § 267a I 1 HGB werden sämtlich überschritten, weshalb die kleine Kapitalgesellschaft keine Kleinstkapitalgesellschaft ist.

Beispiel:

Die Y-AG aus Mannheim präsentiert in den Jahren 1 und 2 die folgenden Zahlen. Im Jahr 1 hat sie eine Bilanzsumme von 14.000.000 €, ein Jahr später von 28.000.000 €. Die Umsatzerlöse tragen 15.000.000 € und 25.000.000 €. die Anzahl der Arbeitnehmer in den beiden Jahren liegt bei 60 bzw. 200.

Die Y-AG ist eine mittelgroße Kapitalgesellschaft, denn sie überschreitet mindestens zwei (sogar alle drei) der drei Grenzwerte, welche für die kleinen Kapitalgesellschaften gelten. Darüber hinaus unterschreitet sie die zwei der drei Grenzwerte für mittelgroße Kapitalgesellschaften, die in § 267 II HGB explizit erwähnt werden, nämlich jenen für die Umsatzerlöse und jenen für die Anzahl der Arbeitnehmer. Bei der Bilanzsumme hingegen überschreitet sie in einem Jahr den genannten Grenzwert für mittelgroße Kapitalgesellschaften in Höhe von 20.000.000 € mit der Bilanzsumme, die sie im Jahr 02 erreicht, nämlich 28.000.000 €.

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