Hin­zu­rech­nung nach § 8 Nr. 1 GewStG

Die gewer­be­steu­er­li­chen Hin­zu­rech­nun­gen des § 8 Nr. 1 GewStG sind nach einer nicht ganz unkom­pli­zier­ten For­mel geschlüsselt. 

LAMBERT-METHODE:

Man rech­net folgendermaßen. 

  1. Die ein­zel­nen Beträ­ge nach 
  • 8 Nr. 1 Buchst. a) GewSt ,
  • 8 Nr. 1 Buchst. b) GewSt
  • 8 Nr. 1 Buchst. c) GewSt
  • 8 Nr. 1 Buchst. d) GewSt
  • 8 Nr. 1 Buchst. e) GewSt 
  • 8 Nr. 1 Buchst. f) GewSt

hin­schrei­ben. 

  1. Die ein­zel­nen in den Buch­sta­ben a) – f) dafür vor­ge­se­he­nen Quo­ten mit den Beträ­gen aus Schritt 1 mul­ti­pli­zie­ren, d.h. 

100 % des Betrags aus § 8 Nr. 1 Buchst. a) GewSt

100 % des Betrags aus § 8 Nr. 1 Buchst. b) GewSt

100 % des Betrags aus § 8 Nr. 1 Buchst. c) GewSt

20 % des Betrags aus § 8 Nr. 1 Buchst. d) GewSt

50 % des Betrags aus § 8 Nr. 1 Buchst. e) GewSt 

25 % des Betrags aus § 8 Nr. 1 Buchst. f) GewSt

  1. Die Sum­me der in Schritt 2 errech­ne­ten Beträ­ge bilden. 
  2. Von der Sum­me aus Schritt 3 den Frei­be­trag von 200.000 € abzie­hen, sofern dies in der Auf­ga­be nicht aus­ge­schlos­sen ist. 
  3. Von dem sich in Schritt 4 erge­ben­den Betrag dann schließ­lich 25 % hinzurechnen.

Bei­spiel:

Die X‑AG aus Bochum konn­te in 2021 einen Jah­res­über­schuss in Höhe von 80.000 € gene­rie­ren. Hier­bei fie­len Finan­zie­rungs­auf­wen­dun­gen von 15.000 € an, Ren­ten­zah­lun­gen von 120.000 Euro, Gewinn­an­tei­le eines stil­len Gesell­schaf­ters von 75.000 €, Mie­te für Maschi­nen von 20.000 € und Mie­te für ein Grund­stück von 30.000 €. 

Berech­ne den Gewerbeertrag.

  1. Man ord­net die Beträ­ge an nach

15.000 € – § 8 Nr. 1 Buchst. a) GewSt ,

120.000 € – § 8 Nr. 1 Buchst. b) GewSt

75.000 € – § 8 Nr. 1 Buchst. c) GewSt

20.000 € – § 8 Nr. 1 Buchst. d) GewSt

30.000 € – § 8 Nr. 1 Buchst. e) GewSt 

0 € – § 8 Nr. 1 Buchst. f) GewSt

  1. Danach kal­ku­liert man die ent­spre­chen­den Beträ­ge durch Anwen­dung der Quo­ten aus den ein­zel­nen Buchstaben: 

1*15.000 € = 15.000 € – § 8 Nr. 1 Buchst. a) GewSt

1*120.000 € = 120.000 € – § 8 Nr. 1 Buchst. b) GewSt

1*75.000 € = 75.000 € – § 8 Nr. 1 Buchst. c) GewSt

0,2*20.000 € = 4.000 € – § 8 Nr. 1 Buchst. d) GewSt

0,5*30.000 € = 15.000 € – § 8 Nr. 1 Buchst. e) GewSt 

0 € – § 8 Nr. 1 Buchst. f) GewSt 

  1. Die Sum­me der Beträ­ge aus Schritt 2 lau­tet (15.000 + 120.000 + 75.000 + 4.000 + 15.000 = 229.000 €. 
  2. Von die­ser Sum­me aus Schritt 3 ist ein Frei­be­trag in Höhe von 200.000 € abzu­zie­hen, man erhält also 229.000 – 200.000 = 29.000 €. 
  3. Die tat­säch­li­che Hin­zu­rech­nung nach § 8 Nr. 1 GewStG liegt also bei 0,25*29.000 = 7.250 €. 

Der Gewer­be­er­trag lau­tet damit

Gewer­be­er­trag = Gewinn aus Gewer­be­be­trieb zzgl. gewer­be­steu­er­li­che Hin­zu­rech­nun­gen abzgl. gewer­be­steu­er­li­che Kür­zun­gen = 80.000 + 7.250 = 87.250 €. 

Bei­spiel:

Die X‑AG aus Bochum konn­te in 2021 einen Jah­res­über­schuss in Höhe von 80.000 € gene­rie­ren. Hier­bei fie­len Finan­zie­rungs­auf­wen­dun­gen von 15.000 € an, Ren­ten­zah­lun­gen von 20.000 Euro, Gewinn­an­tei­le eines stil­len Gesell­schaf­ters von 5.000 €, Mie­te für Maschi­nen von 20.000 € und Mie­te für ein Grund­stück von 30.000 €. 

Berech­ne den Gewerbeertrag.

  1. Man ord­net die Beträ­ge an nach

15.000 € – § 8 Nr. 1 Buchst. a) GewSt 

20.000 € – § 8 Nr. 1 Buchst. b) GewSt

5.000 € – § 8 Nr. 1 Buchst. c) GewSt

20.000 € – § 8 Nr. 1 Buchst. d) GewSt

30.000 € – § 8 Nr. 1 Buchst. e) GewSt 

0 € – § 8 Nr. 1 Buchst. f) GewSt

  1. Danach kal­ku­liert man die ent­spre­chen­den Beträ­ge durch Anwen­dung der Quo­ten aus den ein­zel­nen Buchstaben: 

1*15.000 € = 15.000 € – § 8 Nr. 1 Buchst. a) GewSt

1*20.000 € = 20.000 € – § 8 Nr. 1 Buchst. b) GewSt

1*5.000 € = 5.000 € – § 8 Nr. 1 Buchst. c) GewSt

0,2*20.000 € = 4.000 € – § 8 Nr. 1 Buchst. d) GewSt

0,5*30.000 € = 15.000 € – § 8 Nr. 1 Buchst. e) GewSt 

0 € – § 8 Nr. 1 Buchst. f) GewSt 

  1. Die Sum­me der Beträ­ge aus Schritt 2 lau­tet (15.000 + 20.000 + 5.000 + 4.000 + 15.000 = 59.000 €. 
  2. Von die­ser Sum­me aus Schritt 3 ist ein Frei­be­trag in Höhe von 200.000 € zu berück­sich­ti­gen, man erhält also 0 €. 
  3. Die tat­säch­li­che Hin­zu­rech­nung nach § 8 Nr. 1 GewStG liegt also bei 0,25*0 = 0 €. 

Der Gewer­be­er­trag lau­tet damit

Gewer­be­er­trag = Gewinn aus Gewer­be­be­trieb zzgl. gewer­be­steu­er­li­che Hin­zu­rech­nun­gen abzgl. gewer­be­steu­er­li­che Kür­zun­gen = 80.000 + 0 = 80.000 €. 

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