Internationale Rechnungslegung: 11.5 Kapitalkonsolidierung

11.5 Kapitalkonsolidierung

MERKE:

Die Erstellung der Konzernbilanz erfolgt durch Konsolidierung in vier Schritten:

  • Kapitalkonsolidierung,
  • Schuldenkonsolidierung,
  • Zwischenerfolgseliminierung und
  • GuV-Konsolidierung.

Kapitalkonsolidierung bedeutet, dass

  • die Beteiligung der Mutter
  • gegen das Eigenkapital der Tochter

verrechnet wird.

Beispiel 55:

Die Mutterunternehmung Mutter-AG ist an der Tochter-GmbH mit 5.000 € beteiligt. Die Bilanz der Mutter weist dies im Anlagevermögen unter „Beteiligungen” aus, in der Bilanz der Tochter stehen die 5.000 € im Eigenkapital.

Beide Positionen werden im Rahmen der Kapitalkonsolidierung eliminiert und tauchen also in der Konzernbilanz nicht mehr auf. Dies entspricht der Einheitstheorie, denn wenn man den Konzern als einheitliche Unternehmung ansieht, so ist es nicht möglich, dass eine Unternehmung sich selbst besitzt.

Die Kapitalkonsolidierung funktioniert nach folgenden Methoden:

  • Vollkonsolidierung
    • bei Tochterunternehmen
  • Quotenkonsolidierung
    • bei Gemeinschaftsunternehmen (= Joint-Ventures)
  • Equity-Methode
    • bei assoziierten Unternehmen
    • auch bei Gemeinschaftsunternehmen möglich.

11.5.1 Vollkonsolidierung

Die Vollkonsolidierung funktioniert wiederum nach der Erwerbsmethode, speziell der Neubewertungsmethode.

Wir unterscheiden die Fälle

  • der vollständigen Beherrschung
    • die Mutter habe 100 % der Anteile der Tochter und
  • der unvollständigen Beherrschung
    • die Mutter habe mehr als 50 %, aber weniger als 100 % der Anteile der Tochter.

11.5.1.1 Vollständige Beherrschung

Die Konzernbilanz entsteht nicht einfach durch simple Addition der Einzelbilanzen von Mutter und Tochter, denn die Beteiligung der Mutter an der Tochter und das Eigenkapital der Tochter würden gewissermaßen doppelt gezählt. Da die Mutter mit dem Erwerb der Tochter deren Eigenkapital erwirbt, müssen vielmehr beide Positionen wegkonsolidiert werden. Es entsteht hierbei ein möglicher Goodwill.

Beispiel 56:

Gegeben sei die folgende Bilanz der Mutter-AG (MU)

Bilanz MU

Sonstiges Anlagevermögen

1500

Eigenkapital

2000

Beteiligung

2000

Fremdkapital

2300

Umlaufvermögen

800

4300

4300

und die Bilanz der Tochter-AG (TU).

Bilanz TU

Sonstige Anlagevermögen

810

Eigenkapital

1600

Umlaufvermögen

1500

Fremdkapital

700

2300

2300

Es mögen bei der Tochter folgende stille Reserven und stille Lasten vorhanden sein:

stille Reserven des Anlagevermögens

120

stille Reserven des Umlaufvermögens

80

stille Lasten im Fremdkapital

40

Die Mutter ist zu 100 % an der Tochter beteiligt.

Wie funktioniert die Kapitalkonsolidierung nach der Neubewertungsmethode?

Die beiden Unternehmen sind also wegen der 100 % – Beteiligung im selben Konsolidierungskreis miteinander verbunden. Genauer gesagt: die Mutter-AG beherrscht die Tochter-AG.

Wir werden im Folgenden

  • die Erstkonsodlieriung und die
  • Folgekonsolidierung

besprechen.

Wir werden also die anfängliche Konsolidierung (= Erstkonsolidierung) durchgehen um dann zu sehen, was in den Folgeperioden gemacht werden muss (= Folgekonsolidierung).

11.5.1.1.1 Erstkonsolidierung

Die Erwerbsmethode funktioniert, wie oben schon erwähnt, nach der Neubewertungsmethode.

Frage: mit welchem Betrag sind die Werte der Tochter bei der Mutter aufzunehmenden?

Antwort: mit jenem Betrag, der dem tatsächlichen Wert der in den Konzernabschluss aufzunehmenden Posten der Tochterunternehmung entspricht (= Buchwerte + stille Reserven).

LAMBERT-METHODE:

Die Idee ist, dass man so tut, als würde die Mutter nicht nur die Anteile am Kapital, sondern vor allem die Vermögenswerte und Schulden erwerben. Deswegen sollen die Anschaffungswerte statt der Buchwerte in der Bilanz der Tochter übernommen werden.

Deswegen ist eine Neubewertung erforderlich.

Man geht daher folgendermaßen vor:

LAMBERT-KOCHREZEPT NEUBEWERTUNGSMETHODE:

1. Löse bei der Tochter die vorhandenen stillen Reserven und stillen Lasten auf.

2. Schreibe die Bilanzen der Mutter und der Tochter in zwei nebeneinanderstehende Spalten.

3. Addiere postenweise und erhalte dadurch die Summenbilanz (mit neubewertetem Eigenkapital).

4. Konsolidiere die Beteiligung der Mutter gegen das neubewertete Eigenkapital der Tochter.

a) Bei 100 % – Beteiligung: Der sich ergebende Rest ist der Geschäfts- oder Firmenwert (= Goodwill).

b) Bei Existenz von Minderheitsgesellschaftern:

  • berechne zunächst die Anteile anderer Gesellschafter als (Minderheitenquote)·(neubewertetes Eigenkapital)
  • der sich dann (!) ergebende Rest ist der Geschäfts-oder Firmenwert.

5. Bilde die Konzernbilanz als Summe aus Summenbilanz und Konsolidierungsspalte.

Bei einer Beteiligung von 100 % rechnet man daher

Mutter-

unternehmen

Tochter-

unternehmen

Summen-

bilanz

Konsolidierung

S H

Konzern-

bilanz

Geschäfts- oder Firmenwert240240
sonstiges Anlagevermögen150092024202420
Beteiligung20002000

2000

Umlaufvermögen800158023802380
Summe4300250068005040
Eigenkapital20001760376017602000
Fremdkapital230074030403040
Summe4300250068005040

Tab. 50: Neubewertung ohne Minderheitsgesellschafter

11.5.1.1.2 Folgekonsolidierung

Die aufgedeckten stillen Reserven werden so behandelt, wie der zugehörige Vermögensgegenstand – er wird (meistens) auf die Laufzeit verteilt.

  • abnutzbares Anlagevermögen
    • verteile stille Reserven auf die verbleibende Nutzungsdauer
    • schreibe sie also planmäßig ab
    • Folgekonsolidierung ist insofern erfolgswirksam
  • nicht abnutzbares Anlagevermögen
    • löse stille Reserven erst bei Verkauf auf
    • schreibe also nicht planmäßig ab
  • Umlaufvermögen
    • stille Reserven oft durch Umschlag realisiert
    • oftmals also stille Reserven im Folgejahr komplett aufgelöst.

MERKE:

Der Goodwill wird allerdings nicht fortgeführt. Dieser darf höchstens – im Rahmen eines Impairment – außerplanmäßig abgeschrieben werden. Dies ist ein großer Unterschied zum HGB.

11.5.1.2 Behandlung von Minderheitsaktionären

Wenn die Mutter einen Anteil hat, der größer ist als 50 % (wird wegen der Beherrschung verlangt), aber weniger als 100 %, so existieren noch Minderheitsgesellschafter. Deren Anteil wird nun näher betrachtet. Wir behandeln auch hier wieder

  • die Erstkonsolidierung und
  • die Folgekonsolidierung.
11.5.1.2.1 Erstkonsolidierung

Beispiel 57:

Die Mutter-AG aus dem obigen Beispiel 56 sei nur zu 80 % an der Tochter-AG beteiligt. Wie funktioniert die Neubewertungsmethode dann?

Man rechnet zunächst wie oben, löst also die stillen Reserven komplett auf, rechnet dieselbe Summenbilanz. In der Konsolidierung aber wird zunächst der Minderheitenanteil errechnet als

Anteiler anderer

Gesellschafter = Minderheitenquote·neubewertetes Eigenkapital

= Minderheitenquote·(altes EK + stille Reserven – stille Lasten)

= 0,2·(1600 + 120 + 80 – 40)

= 0,2·1.760

= 352.

Hiernach rechnet man den Goodwill aus als

Goodwill = Beteiligungswert bei der Mutter + Anteile Min derheitsgesellschafter – neubewertetes Eigenkapi tal

= 2.000 + 352 – 1.760

= 592.

Man erhält

MUTUSummen-

bilanz

Konsolidierung

Konzern-

bilanz

GoF592592
sonstiges Anlagevermögen150092024202420
Beteiligung20002000

2000

Umlaufvermögen800158023802380
Summe4300250068005392
Eigenkapital20001760376017602000
Anteile anderer Gesellschafter

352

352
Fremdkapital230074030403040
Summe4300250068005392

Tab. 51: Neubewertungsmeth. mit Minderheitsgesellschaftern

11.5.1.2.2 Folgekonsolidierung

Bei der ersten Folgekonsolidierung werden die neuen Bilanzposten der Mutter als auch der Tochter addiert. Danach wird (erneut) konsolidiert, d.h. die Erstkonsolidierung wird wiederholt. Die aufgedeckten stillen Reserven der Vermögenswerte sind fortzuschreiben.

MERKE:

Dies gilt allerdings nicht für den Firmenwert. Dieser ist bei den IFRS höchstens im Rahmen eines Impairment außerplanmäßig (!) abzuschreiben.

11.5.2 Quotenkonsolidierung

11.5.2.1 Voraussetzungen

Wenn von mindestens zwei Unternehmen (= Partnerunternehmen) ein weiteres Unternehmen (= Gemeinschaftsunternehmen) gemeinschaftlich (!) geführt wird, also von keinem Partnerunternehmen „beherrscht“ wird, so ist grundsätzlich die Quotenkonsolidierung anzuwenden (IAS 31.24) – aber auch die Equity-Methode ist möglich.

Beispiel 58:

Unternehmen A und B kaufen jeweils 50 % an der C-AG.

Weder A noch B kann die C-AG alleine führen. Das Unternehmen A braucht die Zustimmung von B, das Unternehmen B braucht die Zustimmung von A.

Beispiel 59:

Unternehmen A besitzt 55 %, B hingegen nur 45 % der Kapitalanteile an der C-AG. Vereinbart ist die Einstimmigkeitsregel für die Erledigung der Geschäfte.

Zwar besitzt A die Mehrheit an der C, die Geschäfte werden wegen der Einstimmigkeitsregel allerdings gemeinschaftlich geführt. Folglich liegt keine Beherrschung vor, sondern „lediglich“ eine gemeinschaftliche Führung mit der Folge, dass nicht die Vollkonsolidierung, sondern die Quotenkonsolidierung anzuwenden ist (IAS 31.11).

LAMBERT-METHODE:

Erinnern Sie sich an das, was wir in Kapitel 11.2.1 „Verbundene Unternehmen “ ab S. 148 gesagt hatten? Es kommt also wirklich auf die Stimmrechtsanteile an, nicht auf die Kapitalanteile!

11.5.2.2 Vorgehensweise

Es werden bei der Quotenkonsolidierung die Aktiv- und Passivpositionen des Gemeinschaftsunternehmens nach Maßgabe der Beteiligungsquote in die Bilanzen der Partnerunternehmen übernommen.

Alternativ kann die Equity-Methode angewendet werden – es besteht ein Wahlrecht hierzu. Bei letzterer werden keine Vermögenswerte in die Bilanzen der beteiligten Unternehmen übernommen. Der Ausweis der Anteile im Konzernabschluss ist allerdings genauer.

Ein Beispiel zur Quotenkonsolidierung:

Beispiel 60:

Gegeben seien die Daten aus Beispiel 56. Allerdings habe die MU lediglich 50 % an der TU.

Erstelle die Konzernbilanz.

Man beachte, dass die TU anteilig übernommen wird:

Mutter-

unternehmen

Tochter-

unternehmen

Summen-

bilanz

Konsolidierung

S H

Konzern-

bilanz

Geschäfts- oder Firmenwert11201120
sonstiges Anlagevermögen150046019601960
Beteiligung20002000

2000

Umlaufvermögen80079015901590
Summe4300125055504670
Eigenkapital2000800 + 8028808802000
Fremdkapital230037026702670
Summe4300125055504670

Tab. 52: Quotenkonsolidierung

11.5.3 Equity-Methode

Wenn es sich bei dem Einfluss der Mutter auf die Tochter nicht um einen „beherrschenden“, wohl aber um einen „maßgeblichen“ Einfluss handelt (IAS 28.2), so besteht die Verpflichtung des Einbezugs nach der Equity-Methode. Hierfür ist Voraussetzung, dass eine Beteiligung vorliegt. Man spricht insgesamt dann von einem assoziierten Unternehmen.

MERKE:

Ein maßgeblicher Einfluss wird vermutet (!), wenn die Mutter mindestens über 20 % der Stimmrechte bei der Tochter ausübt. Außerdem können auch personelle Verflechtungen wie eine Organmitgliedschaft oder eine wirtschaftliche Abhängigkeit einen maßgeblichen Einfluss begründen.

Beispiel 61:

Die Mutter AG besitzt 25 % der Stimmrechte an der Tochter GmbH.

Es liegt kein Beherrschungsvertrag vor (dieser hätte in der Aufgabenstellung erwähnt werden müssen), ebenso ist keine einheitliche Leitung der Mutter auf die Tochter zu erkennen. Ein Einbezug nach der Erwerbsmethode ist nicht möglich, da zwar eine Beteiligung vorliegt, aber keine einheitliche Leitung. Demnach ist zu prüfen, ob wenigstens die Tochter ein assoziiertes Unternehmen der Mutter darstellt.

LAMBERT-METHODE:

Achtung: die Begriffe der Mutterunternehmung und der Tochterunternehmung sind ausschließlich der Erwerbsmethode, d.h. der Beherrschung (!) vorbehalten. Wir sprechen hier von diesen beiden Unternehmen, weil wir diese so genannt hatten.

Um es besser auszudrücken: die Mutter-AG ist also im Falle der lediglich 50%-igen Beteiligung keine „Mutterunternehmung“ mehr, die Tochter-AG keine „Tochterunternehmung“.

Die Assoziation ist dann der Fall, wenn der Einfluss der Mutter auf die Tochter zwar nicht beherrschend, aber maßgeblich ist. Da die Beteiligung der Stimmrechte bei mehr als 20 % liegt, wird dies vermutet.

Beispiel 62:

Die Mutter-AG aus Beispiel 61 besitzt lediglich 15 % der Stimmrechte an der Tochter-GmbH, ist allerdings ihr Hauptauftragsgeber.

Im vorliegenden Fall greift die Beteiligungsvermutung nicht. Allerdings liegt bei wichtigen Abnehmer-/Lieferantenverhältnissen trotzdem ein maßgeblicher Einfluss vor. Insofern ist die Tochter GmbH ein assoziiertes Unternehmen der Mutter-AG, es hat ein Einbezug nach der Equity-Methode stattzufinden.

Wenn allerdings die Beteiligung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns von untergeordneter Bedeutung ist, so braucht auch nach der Equity-Methode kein Einbezug stattzufinden.

Für assoziierte Unternehmen existiert die Möglichkeit der Konsolidierung nach der Buchwertmethode.

Die Erstkonsolidierung funktioniert bei der Buchwertmethode folgendermaßen:

LAMBERT-KOCHREZEPT BUCHWERTMETHODE:

1. Berechne das aufzurechnende Eigenkapital der Tochter auf Basis der Buchwerte ihrer Vermögenswerte und Schulden.

2. Berücksichtige hierbei Neubewertungen und Neuausübungen von Bewertungswahlrechten im Rahmen der Erstellung der Handelsbilanz II.

3. Verteile einen möglichen Konsolidierungsausgleichsposten soweit wie möglich auf die Bilanzpositionen.

4. Ein möglicherweise nicht vollständig aufteilbarer aktivischer KAP bildet den sog. Geschäftswert (= Goodwill).

Beispiel 63:

Die Mutter-AG bezahlt für ihren Anteil an der Tochter-GmbH am 31.12.2005 einen Betrag von 1.200.000 €. Das Eigenkapital der Tochter-GmbH beträgt an diesem Tag 10.000.000 €. Das Vorratsvermögen der Tochter ist, wie der Buchhalter der Mutter, Fritz Erbsenzähler, herausfindet, um € 300.000,- zu niedrig bewertet. Das Anlagevermögen entfällt stille Reserven von 100.000 €. Es wird bei der Tochter-GmbH noch vier Jahre lang linear abgeschrieben. Der Jahresüberschuss der Tochter-GmbH liegt im Jahre 2006 bei 3 Mill. €. An die Anteilseigner der Tochter-GmbH werden € 800.000,- ausgeschüttet. Die Vorräte werden zu 60 % umgeschlagen, Geschäfts- oder Firmenwerte werden im Konzern der Mutter-AG stets über zehn Jahre abgeschrieben. Insgesamt ist die Mutter-AG bei der Tochter-GmbH Hauptauftraggeber und besitzt 10 % der Stimmrechte.

a) Nach welchen Methoden kann die Erstkonsolidierung der Tochter-GmbH bei der Mutter-AG im Jahre 2001 erfolgen?

b) Wie erfolgt die Folgekonsolidierung im Jahr 2006?

a) Bei der Buchwertmethode ist zunächst, also bei der Erstkonsolidierung, die Beteiligung mit ihrem Buchwert auszuweisen. Man erhält einen Unterschiedsbetrag, den sog. Konsolidierungsausgleichsposten (KAP) mit der Differenz aus dem Buchwert der Beteiligung und dem anteiligen Eigenkapital des Tochterunternehmens. Dieser ist gesondert in der Konzernbilanz anzugeben oder im Anhang zu vermerken. Der Beteiligungsbuchwert beträgt im vorliegenden Beispiel 500.000 €. Man erhält den Unterschiedsbetrag durch die Formel

KAP = Kaufpreis – Anteil · (Kaufpreis – Anteil · Jahresüberschuss).

Im vorliegenden Beispiel erhält man damit

KAP = 1.200.000 – 0,1·(1.200.000 – 0,1·3000.000)

= 1.200.000 – 0,1·900.000

= 1.200.000 – 90.000

= 1.110.000 €.

Es wurde also ein Aufpreis von 1.110.000 € bezahlt. Teil des Buchungssatzes lautet

Beteiligung an assoziierten Unternehmen 1.200.000 €

– davon Unterschiedsbetrag 1.110.000 €.

Dieser Konsolidierungsausgleichsposten wird sodann auf die anteiligen (!) stillen Reserven aufgeteilt. Man errechnet

KAP 1.110.000 €

Vorräte 30.000 € (= 10 % von 300.000 €)

abnutzbares Anlagevermögen 10.000 € (= 10 % von 100.000 €)

= Goodwill 1.060.000 €

b) Folgekonsolidierung

In der Folgekonsolidierung werden die aufgeteilten Beträge der Erstkonsolidierung entweder

  • fortgeführt,
  • abgeschrieben oder
  • aufgelöst.

Die Vorgehensweise ist davon abhängig, welchen Positionen sie anfänglich zuordnet worden. Das Vermögen und der Gewinn des Konzerns werden durch diese Maßnahmen beeinflusst, sie sind mit anderen Worten GuV-wirksam. Der Beteiligungswert an assoziierten Unternehmen, der im Rahmen der Erstkonsolidierung gebildet wurde, ist daher bei der Folgekonsolidierung

  • um anteilige Eigenkapitalveränderungen bei assoziierten Unternehmen zu korrigieren,
  • hierbei sind ausgeschüttete Gewinne abzuziehen,
  • weiterhin verringert sich der Konsolidierungsausgleichsposten.

MERKE:

Der Konsolidierungsausgleichsposten ist bei der Folgekonsolidierung also im Beteiligungswert enthalten.

Zunächst errechnet man die erfolgswirksame Veränderung um den anteiligen Jahresüberschuss als Differenz aus anteiligem Jahreszuschuss und anteiliger Ausschüttung:

erfolgswirksame Veränderung um den anteiligen Jahresüberschuss

= anteiliger Jahreszuschuss abzgl. anteilige Ausschüttung.

Hier rechnet man folglich

anteiliger Jahreszuschuss (0,1·3000.000) 300.000 €

abzgl. anteilige Ausschüttung (= 0,1·800.000) 80.000 €

= erfolgswirksame Veränderung

um den anteiligen Jahresüberschuss 220.000 €.

Die Werte aus der Verteilung des Goodwills führt man folgendermaßen fort:

Position

Anschaffungskosten

Abschreibung für 2006

Restbuchwert

Goodwill

1.060.000 €

106.000 €

954.000 €

stille Reserven Anlagevermögen

10.000 €

2.500 €

7.500 €

stille Reserven Umlaufvermögen

30.000 €

18.000 €

12.000 €

Summe

1.100.000 €

126.500 €

973.500 €

Tab. 53: Quotenkonsolidierung nach Buchwertmethode

Nach der Buchwertmethode kalkuliert man

Anschaffungskosten der Beteiligung 1.200.000 €

abzgl. erfolgswirksame Veränderung

des darin enthaltenen Unterschiedsbetrags 126.500 €

zzgl. erfolgswirksame Veränderung um den

anteiligen Jahresüberschuss 220.000 €

= Beteiligungsbuchwert im Jahre 2006 1.293.500 €.

Also erscheint in der Konzernbilanz Ende des Jahres 2006 der Buchwert der Anteile an assoziierten Unternehmen schließlich mit 1.293.500 €.

 

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