Internationale Rechnungslegung: 11.8 GuV-Konsolidierung

11.8 GuV-Konsolidierung

11.8.1 Grundsatz

In die konsolidierte GuV (= Konzern-GuV) sind die Positionen der Einzel-GuVs

  • nach dem Recht der Mutter und
  • vollständig

aufzunehmen.

Im Rahmen der GuV-Konsolidierung sind

  • innerbetriebliche Umsätze sowie
  • innerkonzernliche Aufwendungen und Erträge

zu bereinigen.

Beispiel 69:

Die Mutter-AG tätigt eine Dienstleistung gegenüber ihrer Tochter T. Im Einzelabschluss bucht die Mutter folgerichtig einen Ertrag, die Tochter eine Aufwendung.

Auf Konzernebene hingegen ist beides nicht angefallen, denn nach der Einheitstheorie (= Betriebsstättenfiktion) kann nicht der eine Teil der Unternehmung „zulasten“ eines anderen Teils einen Gewinn erzielen.

MERKE:

  • Es besteht bei der Erstellung der Konzernbilanzen die Methoden der Voll- und der Teilkonsolidierung. Konzern-GuVs hingegen werden stets durch Vollkonsolidierung gewonnen.
  • Eine Konzern-GuV kann auch Erträge und Aufwendungen aus konzerninternen Geschäften mit nicht konsolidierten Konzernunternehmen beinhalten.

11.8.2 Innenumsatzkonsolidierung

Wenn Unternehmen, die in den Konzernabschluss einbezogen sind (und nur diese!) unter sich Lieferungen und Leistungen austauschen, so hat man aus Sicht der Einheitstheorie einen Innenumsatz, denn die eine „Betriebsstätte“ liefert einer anderen „Betriebsstätte“ etwas. Die Erträge, die sich beim Lieferanten ergeben, müssen folglich

  • mit den darauf entfallenden Aufwendungen verrechnet werden oder
  • als Bestandserhöhung oder
  • als andere aktivierte Eigenleistungen

ausgewiesen werden.

Beispiel 70:

Die Nickel-AG mit Sitz in Moers verkauft ihrer Tochter, der Marc-GmbH, Waren im Werte von 1.500 €. Die Waren wurden vorher von der Mutter am Markt für 1.200 € eingekauft. Die Marc-GmbH wiederum verkauft die Waren für 2.000 € weiter

Man konsolidiert folgendermaßen:

PostenMutterTochterSummen-GuVKonsolidierungKonzern-GuV
Umsätze1.500 2.0003.5001.5002.000
Materialaufwand1.2001.5002.7001.5001.200

Tab. 57: Konzern-GuV

Die Mutter liefert (Ertrag bei ihr in Höhe von 1.500 €) an die Tochter (Aufwand bei Marc-GmbH in Höhe von 1.500 €). Beides muss im Rahmen der GuV-Konsolidierung wieder weggebucht werden, denn nach der Einheitstheorie kann nicht die eine Betriebsstätte gegen eine andere Erträge realisieren und die andere nicht Aufwendungen haben. Auf Konzern-Ebene ist also nur der Weiterverkauf der Tochter an den Absatzmarkt „draußen“ ein Ertrag (in Höhe von 2.000 €). Nur der Einkauf der Mutter am Faktormarkt „draußen“ ist ein Aufwand (1.200 €).

Beispiel 71:

Die Nickel-AG als Mutter verkauft der Marc-GmbH als Tochter eine Maschine. Auf Konzernebene fielen Herstellungskosten an in Höhe von 500 €. Am Abschlussstichtag hat die Marc-GmbH diese Maschine noch auf Lager und mit 500 € aktiviert.

Der Umsatzerlös der Mutter muss im Rahmen der Konsolidierung wieder entfernt werden. Vielmehr entsteht aber auf Konzernebene ein Ertrag in Höhe von 500 €, da die Position noch auf Lager liegt.

PostenMutterTochterSummen-GuVKonsolidierung

S H

Konzern-GuV
Umsätze500500500
Bestandsänderungen
Fertigerzeugnisse500500

Tab. 58: Ermittlung Konzern-GuV

 

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