Internationale Rechnungslegung: 14.3 Ausweis

14.3 Ausweis

Lösung 3:

a) Ein immaterieller Vermögenswert darf nach IFRS aktiviert werden, wenn folgende Voraussetzungen kumulativ vorliegen:

  • Identifizierbarkeit
    • Separierbarkeit, d.h. vom Firmen- oder Geschäftswert getrennte Veräußerbarkeit muss vorliegen
    • IAS 38.11 – 38.12
  • Beherrschung
    • Verfügungsmacht des Unternehmens liegt vor
    • IAS 38.13 – 38.18
  • Vorliegen eines künftigen wirtschaftlichen Nutzens
    • IAS 38.17 bzw. IAS 38.21 a)
  • verlässliche Bewertung der Anschaffungs- oder Herstellungskosten möglich
    • IAS 38.21 b)

b) Folgende – ausgewählte – Beispiele existieren:

  • Kosten in der Forschungsphase
    • IAS 38.54
  • Kundenlisten
    • IAS 38.63
  • Ausgaben für Aus- und Weiterbildungsaktivitäten
    • IAS 38.69 b)
  • selbst geschaffene Markennamen, Drucktitel und Verlagsrechte
    • IAS 38.63

Lösung 4:

a) Es liegt ein schwebendes Geschäft vor, da zwar der Kaufvertrag abgeschlossen wurde, hingegen weder die Maschine geliefert noch der Preis gezahlt wurde. Es handelt sich um einen so genannten Onerous contract (also um einen belastenden Vertrag). Es droht also eine Belastung für das Unternehmen.

b) Es ist am Ende des Jahres 2009 eine Rückstellung für drohende Verluste aus schwebenden Geschäften zu bilden in Höhe von 200.000 – 180.000 = 20.000 €.

Lösung 5:

Zunächst berechnet man den Erwartungswert der Einzahlungsüberschüsse als

Erw.wert = p1·EZÜ1 + p2·EZÜ2 + p3·EZÜ3

= 0,3·(80.000 – 30.000) + 0,5·(90.000 – 50.000) + 0,2·(120.000 – 80.000)

= 0,3·50.000 + 0,5·40.000 + 0,2·40.000

= 15.000 + 20.000 + 8.000

= 43.000 €.

Es werden also 43.000 € erwartet, wenn man die Wahrscheinlichkeiten der einzelnen Einzahlungsüberschüsse mit beachtet. Der Sicherheits-Äquivalent-Betrag nach Abzug des Abschlags liegt damit bei

Sicherheits-Äquivalent = Erwartungswert·(1 – Abschlag)

= 43.000·(1 – 0,06)

= 40.420 €.

Dieser Betrag, der in der Zukunft liegt, muss nun noch mit dem Kalkulationszins abgezinst werden, man erhält 40.420/1,04 = 38.865,38 €. Dies ist der Nutzungswert nach der Sicherheits-Äquivalent-Methode.

b) Bei der Risiko-Zuschlags-Methode diskontieren wir den Erwartungswert mit einem Zinssatz ab, der um einen Risikozuschlag Z erhöht wird, wenn Risikoscheu vorliegt.

MERKE:

Der Barwert nach der Risiko-Zuschlagsmethode entspricht dem Barwert nach der Sicherheits-Äquivalent-Methode. Wir bestimmen das Z entsprechend.

Man muss also folgende Gleichung lösen:

38.865,38 = 43.000/(1 + 0,04 + Z).

Wenn man nach Z auflöst, erhält man

1 + 0,04 + Z = 43.000/38.865,38 = 1,1064

Z = 6,638 %.

Dies ist der prozentuale Risikozuschlag. Der ist natürlich 38.865,38 €-

c) Wenn der Unternehmer risikoneutral ist, ist ihm das Risiko egal. Man orientiert sich deshalb ausschließlich am Erwartungswert der Zahlungen und rechnet das Risiko nicht mit ein. Deswegen wird vom Sicherheits-Äquivalenz-Betrag kein Abschlag vorgenommen, man erhält also Erwartungswert = Sicherheits-Äquivalent. Bei der Risiko-Zuschlagsmethode wird kein Risikozuschlag Z berechnet.

Lösung 6:

Das gezeichnete Kapital (IAS 1.68 p) umfasst das Nennkapital des Unternehmens, welches bei einer Aktiengesellschaft das Grundkapital ist (möglicherweise vermindert um eigene Anteile).

Die Kapitalrücklage umfasst Zahlungen in das Eigenkapital, welche das gezeichnete Kapital übersteigen (IAS 1.68 p).

Die Neubewertungsrücklage greift, wenn eine Sachanlage nach dem Neubewertungsmodell bilanziert wird und (!) zu einem höheren beizulegenden Zeitwert als die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten bewertet wird.

Lösung 7:

Die genannten Transaktionskosten sind nach IFRS als Abzug vom Eigenkapital zu erfassen (IAS 32.37). Bei einer AG werden die Emissionskosten meist bei der Kapitalrücklage gekürzt und also vom Agio abgezogen.

Die Aufwendungen für die Beschaffung des Eigenkapitals sind nach deutschem Handelsrecht ausschließlich in der Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwendung zu erfassen. Sie dürfen nicht aktiviert werden (§ 248 HGB).

 

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