Internationale Rechnungslegung: 14.4 Bewertung

14.4 Bewertung

Lösung 8:

Es kommt zu einem Auszahlungsbetrag, der 4 % unter dem Nennwert liegt und damit zu einer Auszahlung von

Auszahlung = (1 – Disagio)·Nennwert

= (1 – 0,04)·200.000

= 0,96·200.000

= 192.000 €

führt.

Der Nominalzins von 6 % wird auf den Nennwert und nicht etwa auf den Auszahlungsbetrag bezogen. Damit liegt der Nominalzins bei jeweils

Nominalzins = Nominalzinssatz·Nennwert

= 0,06·200.000

= 12.000 €.

Die Zahlungsreihe des Kredits lautet damit wie folgt:

Zeitpunkt2009201020112012Zahlung
+ 192.000– 12.000– 12.000– 12.000– 12.000– 12.000

– 200.000

Aus diesen Zahlungen muss man nun den Effektivzins berechnen. Dies erfolgt durch Berechnung des internen Zinsfußes mit Hilfe der linearen Interpolation. Wir erhalten i* = 7,187 %.

Wir haben also mit linearer Interpolation eine ungefähre Lösung für den internen Zinsfuß (= Effektivzins) in Höhe von 7,187 % gefunden. Die Probe gibt uns Recht, denn wenn wir jenen Zinssatz in den Kapitalwert einsetzten, so erhalten wir

C0 = 192.000 – 12.000/1,07187 – … – 212.000/1,071874 = 7,4.

Dieser Kapitalwert von 7,4 € liegt so dermaßen nahe bei Null, dass wir getrost mit der Interpolation rechnen können.

b) Zunächst ein wichtiger Hinweis.

LAMBERT-METHODE:
Es ist klar, dass der Effektivzins oberhalb des Nominalzinses liegt, denn das Disagio ist ja nichts anderes als ein vorweg genommener Zinsaufwand.

Schließlich zeigen wir nun tabellarisch die Entwicklung der Bewertung der Verbindlichkeit als auch die Entwicklung und Bewertung des Disagios.

Das Disagio wird Jahr für Jahr geringer, im gleichen Ausmaß steigt der Wert der Verbindlichkeit Jahr für Jahr an. Wir unterscheiden wieder den Nominalzins, also

Nominalzins = Nominalzinssatz·Nennwert

= 0,06·200.000

= 12.000 €

und den so genannten Effektivzins. Dieser errechnet sich als Effektivzins = Effektivzinssatz·BewertungVerbindlichkeit des Vorjahres. So erhalten wir für 2009 einen Wert von

Effektivzins = 0,07187·192.000

= 13.799,04,

für das Jahr 2010 entsprechend dann 0,07187·193.799,04 = 13.998,39 €. Tabellarisch sieht dies folgendermaßen aus:

PeriodenNominalzinsEffektivzinsDisagioBew. Verb.
Anfang 098.000192.000
Ende 0912.00013.928,346.200,96193.799,04
Ende 1012.00014.066,934.272,62195.727,38
Ende 1112.00014.215,482.205,69197.794,31
Ende 1212.000– 9,8200.009,79

Das Disagio berechnet man folgendermaßen

Disagiot = Disagiot-1 – (Effektivzinst – Nominalzinst).

So erhält man z.B. für das Disagio des Jahres 2009 den Wert 8.000 – (13.799,04 – 12.000) = 8.000 – 1.799,4 = 6.296, die anderen Disagios errechnen sich entsprechend. Man sieht also tabellarisch, wie jeweils das Disagio vermindert wird und entsprechend die Verbindlichkeit steigt. Dass am Ende beim Disagio nicht eine Null steht und bei Bewertung der Verbindlichkeit exakt Null, ist auf Rundungsungenauigkeiten zurückzuführen.

Lösung 9:

a) Bewertet werden muss mit dem niedrigeren Wert aus Buchwert und Fair Value abzgl. Veräußerungskosten. Man rechnet daher

RBW = min{Buchwert; Fair Value – Cost to sell}

= min{300.000; 300.000 – 10.000}

= min{300.000; 320.000}

= 300.000 €

Der Restbuchwert ist damit der anzusetzende Wert, bewertet wird das Fabrikgebäude mit 300.000 €, kein zusätzlicher Aufwand entsteht.

b) Der Fair Value abzgl. der Veräußerungskosten liegt bei 250.000 – 10.000 = 240.000 €. Damit kommt dieser Wert zur Anwendung, die Bewertung des Fabrikgebäudes erfolgt also in dieser Höhe von 240.000 €. Es ist eine Abwertung in Höhe von 300.000 – 240.000 = 60.000 € vorzunehmen, es entsteht in der entsprechenden Höhe ein zusätzlicher Aufwand in der GuV-Rechnung (= impairment loss).

c) Es wird eine Aufwertung vorgenommen, denn es hat eine Wertsteigerung stattgefunden. Die Bewertung erfolgt am Ende des Jahres 2010 mit 270.000 €. Es findet eine Aufwertung statt in Höhe von 270.000 – 245.000 = 25.000 €. Diese Aufwertung ist erfolgswirksam und findet daher Eingang in die GuV-Rechnung.

Lösung 10:

a) Man unterscheidet

  • Operate-Leasing und
  • Finance-Leasing.

Letzteres, also Finance-Leasing, liegt vor, wenn im Wesentlichen alle Risiken und Chancen, welche mit dem Eigentum des Leasing-Gegenstandes verbunden sind, auf den Leasingnehmer übergehen (IAS 17.8).

b) Der Barwert der Leasingzahlungen liegt bei

BW = 50.000/1,1 + 50.000/1,12 + … + 50.000/1,18

= 45.454,55 + 41.322,31 + … + 23.325,37

= 238.522,61 €.

c) Für Finance-Leasing prüft man IAS 17.10 und IAS 17.11. Sollte eines der dort genannten Kriterien vorliegen, so liegt Finance-Leasing sein, die Bilanzierung erfolgt dann beim Leasingnehmer.

IAS 17.10 a) es erfolgt keine Eigentumsübertragung, das Kriteri um ist folglich nicht erfüllt

IAS 17.10 b) eine Kaufoption liegt nicht vor, das Kriterium ist ebenfalls nicht erfüllt

IAS 17.10 c) das Verhältnis der Grundmietzeit zur Nutzungsdau er liegt bei GMZ = ND = 8/10 = 80 %. Das Kriteri um ist erfüllt. Der überwiegende Teil der Nutzungs dauer ist damit von der Leasingdauer, genauer ge sagt, von der Grundmietzeit, währenddessen der Leasingvertrag nicht kündbar ist, umfasst.

IAS 17.10 d) das Barwertkriterium ist erfüllt

Es liegt Finanzierungsleasing vor. Damit erfolgt die Bilanzierung der Maschine beim Leasingnehmer (IAS 17.8), also der Kups-AG. Die Maschine wird unter den Sachanlagen ausgewiesen (IAS 1.68 a), es erfolgt die Buchung einer Verbindlichkeit in identischer Höhe.

d) Bei der Bewertung ist zu unterscheiden zwischen der

  • Erstbewertung und der
  • Folgebewertung
    • Maschine
      • Abschreibungen
    • Verbindlichkeit
      • Zinsanteil
      • Tilgungsanteil.

Die Erstbewertung (= erstmaliger Ansatz) erfolgt zum beizulegenden Zeitwert bzw. dem niedrigeren Barwert der Mindestleasingzahlungen, hier also in Höhe von 238.522,61 € (IAS 17.20).

Die Folgebewertung teilt die Leasingzahlungen auf in Zinsanteil und Tilgungsanteil. In der ersten Periode liegt der Zinsanteil bei

Zinsanteil = Zinssatz·Barwert

= 0,1·238.522,61

= 23.852,26 €,

der Tilgungsanteil folglich bei

Tilgungsanteil = Leasingzahlung – Zinsanteil

= 50.000 – 23.852,26

= 26.147,74 €.

Die Abschreibungen (IAS 16.48, 16.50, 16.60) errechnen sich zu

AB = Abschreibungsausgangssumme/Nutzungsdauer

= 238.522,61/10

= 23.825,26 €.

e) Man bucht

Technische Anlagen und Maschinen 238.522,61 €

an Verbindlichkeiten aus Lief. & Leistg. 238.522,61

Zinsen und ähnliche Aufwendungen 23.825,26 €

Verbindlichkeiten aus Lief. & Leistg. 26.147,74 €

an Bank 50.000 €

Abschreibung auf Sachanlagen 23.825,26 €

an technische Anlagen und Maschinen 23.825,26 €

 

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