Internationale Rechnungslegung: 14.7 Internationale Konzernrechnungslegung

14.7 Internationale Konzernrechnungslegung

Lösung 15:

a) Fraglich ist stets eine mögliche Beherrschung.

1) Hier liegt keine Beherrschung vor, wohl aber – da die Beteiligung höher ist als 20 %, die Vermutung eines maßgeblichen Einflusses. Diese Vermutung wird hier nicht widerlegt, die Ups-GmbH aus Frechen ist folglich ein assoziiertes Unternehmen (IAS 28.2, 28.6)

2) Die Hubert-GmbH ist kein Gemeinschaftsunternehmen, denn hierfür müsste eine gemeinschaftliche Führung vorliegen (IAS 31.3). Wohl aber ist ein maßgebliche Einfluss zu vermuten, daher ist die Hubert-GmbH ein assoziiertes Unternehmen (IAS 28.2, 28.6).

3) Es kann kein maßgeblicher Einfluss vermutet werden, schon gar keine Beherrschung. Die Anteile sind finanzielle Vermögenswerte „available for sale“ (IAS 32.11, IAS 39). Sie werden nicht konsolidiert.

4) Die eine mehr als 50 %-ige Beteiligung vorliegt, kann von einem beherrschenden Einfluss ausgegangen werden (IAS 27.4., 27.13).

5) Zwar liegt eine Mehrheit der Stimmrechte vor, wohl aber eine Beherrschung wegen der Möglichkeit, die Finanz- und Geschäftspolitik zu bestimmen. Damit ist die Berta-AG eine Tochter und einzubeziehen in den Konzernabschluss der World-AG (IAS 27.4, 27.13).

b) Wir reden über

  • Vollkonsolidierung
    • bei Theo-S.A.,
    • Berta-AG
  • Equity-Methode
    • Ups-GmbH,
    • Hubert-GmbH

Bei der Vollkonsolidierung sind Töchter in den Konzernabschluss einzubeziehen (IAS 27.22 ff.) Dies bedeutet, dass alle Vermögenswerte, alle Schulden, das Eigenkapital sowie Aufwendungen und Erträge in die Summenbilanz bzw. die Summen-GuV eingehen. Kapital- und Leistungsbeziehungen zwischen beteiligten Konzernunternehmen werden sodann eliminiert (= wegkonsolidiert). Für den Anteil, den mögliche andere Gesellschafter an Töchtern haben (nämlich Minderheitsgesellschafter), ist ein Ausgleichsposten im Eigenkapital zu bilden (IAS 27.33).

Die Equity-Methode wird bei assoziierten Unternehmen angewendet. Hierbei sind zunächst die beteiligten Unternehmen mit den Anschaffungskosten anzusetzen. Der Buchwert der Beteiligung wird sodann um anteilige Eigenkapitalveränderungen bei assoziierten Unternehmen fortgeschrieben. Es ist eine anteilige Zwischenergebniseliminierung notwendig.

Lösung 16:

Stichtagskursmethode

Die Stichtagskursmethode existiert als

  • reine Stichtagskursmethode und als
  • modifizierte Stichtagskursmethode.

Reine Stichtagskursmethode

Bei der reinen Methode werden alle Positionen mit dem am Bilanzstichtag geltenden Devisenmittelkurs umgerechnet.

MERKE:

Es entstehen deswegen bei der reinen Stichtagskursmethode keine Umrechnungsdifferenzen.

Modifizierte Stichtagskursmethode

Hier wird das Eigenkapital zum historischen Kurs umgerechnet, die bilanzielle Umrechnungsdifferenz wird als Sonderposten im Eigenkapital erfolgsneutral ausgewiesen.

Lösung 17:

Der Umsatz der Mutter ist wegzubuchen, da er „gegen“ ein Konzernunternehmen anfällt. Hingegen muss ein Ertrag dafür gebucht werden, dass hier andere aktivierte Eigenleistungen vorliegen.

PostenMutterTochterSummen-GuVKonsolidierungKonzern-GuV
SH
Umsätze800800800
andere aktivierte Eigenleistungen800800

Lösung 18:

LAMBERT-METHODE:

Gemein wie wir sind, haben wir hier die Preisnotierung statt der Mengennotierung in die Aufgabe eingebaut. Wenn Sie also die aktuellen Notierungen an den Börsen gewohnt sind (nämlich die Mengennotierungen), so müssen Sie umdenken. Man rechnet

Betrag in € = Betrag in CHF : Wechselkurs in Mengennotierung = Betrag in CHF · Wechselkurse in Preisnotierung.

a) Die funktionale Währung ist die im wirtschaftlichen Umfeld des Unternehmens vorherrschende Währung (IAS 21.8). Dabei ist es möglich, dass die funktionale Währung

  • die Landeswährung des ausländischen Unternehmens ist,
    • hier also der T-AG oder aber dass sie
  • die Berichtswährung der Muttergesellschaft ist.

Jene Währung, in der vorrangig fakturiert wird und in der die Zahlungen eingehen, ist die funktionale Währung (IAS 21.9).

b) Die funktionale Währung ist hier die Landeswährung der Tochter, also der Schweizer Franken, denn diese agiert weitgehend selbständig (IAS 21.11 a), IAS 21.8). Hingegen ist die Darstellungswährung der Mutter aber hier der Euro. Folglich ist eine Umrechnung notwendig, sie erfolgt nach der modifizierten Stichtagsmethode (IAS 21.39). Die funktioniert wie folgt:

  • Bilanz
    • Umrechnung aller Bilanzposten mit dem Stichtagskurs
    • Ausnahme: das gezeichnete Kapital mit dem historischen Kurs zum Zeitpunkt des Anteilserwerbs (IAS 21.39a),
  • Gewinn- und Verlustrechnung
    • Umrechnung der Erträge und Aufwendungen mit dem jeweiligen Transaktionskurs (IAS 21.39 b)
    • wenn Kursschwankungen unwesentlich sind, ist aber auch Umrechnung mit dem Durchschnittskurs möglich (IAS 21.40)
  • Umrechnungsdifferenzen sind als separater Bestandteil im Eigenkapital zu erfassen (IAS 21.39 c).

c) Man rechnet wie folgt:

Bilanz der T-AG zum 31.12.2011
Bilanzwert in Mio. CHFWechselkursBilanzwert in Mio. € (= HB II)
Aktiva
Anlagevermögen 700·0,8560
Umlaufvermögen500·0,8400
Summe1200960
Passiva
Gezeichnetes Kapital 200·0,5100
Währungsumrechnungsdifferenz90
Jahresüberschuss300·0,7210
langfristige Verbindlichkeiten250·0,8200
kurzfristige Verbindlichkeiten450·0,8360
Summe1200960

Die Währungsumrechnungsdifferenz (in Höhe von 90 Mio. €) wird dabei folgendermaßen berechnet:

PositionBerechnungWert
Währungsgewinn gezeichnetes Kapital 200·0,8 – 200·0,5 60
Währungsgewinn Jahresüberschuss300·0,8 – 300·0,730
Summe90

Außerdem

Gewinn- und Verlustrechnung der T-AG zum 31.12.2011
GuV in Mio. CHFWechselkursGuV in Mio. €
Erträge
Umsatzerlöse 1200·0,7
Aufwendungen
Materialaufwand 550·0,7
Abschreibungen 250·0,7
diverser Aufwand100
Jahresüberschuss300

Lösung 19:

Es geht um das Thema der Zwischenerfolgseliminierung. Es besteht ein Konzern zwischen der MU-AG als Mutterunternehmen und der TU-GmbH als Tochter. Nach der Einheitstheorie sind die Verflechtungen so darzustellen, als ob es sich um ein einziges Unternehmen handelt. Zwischengewinne der MU „auf Kosten“ der TU müssen deshalb eliminiert werden.

a) Im Einzelabschluss der MU-AG entsteht durch die Veräußerung an die TU-GmbH ein Gewinn von

GMU = 8.000·(20 – 5) = 8.000·15 = 120.000 €.

b) Bei der TU-GmbH ist der Vorgang erfolgsneutral zu behandeln, die Ware wird mit den Anschaffungskosten in Höhe von 8.000·20 = 160.000 € aktiviert.

c) In der Konzernbilanz muss der Zwischengewinn von 120.000 € eliminiert werden, denn nach der Einheitstheorie sind die beiden Unternehmen wie zwei Teile ein und desselben Betriebs zu behandeln.

Lösung 20:

Es geht um das Thema der Zwischenerfolgseliminierung. Es besteht ein Konzern zwischen der MU-AG als Mutterunternehmen und der TU-GmbH als Tochter. Nach der Einheitstheorie sind die Verflechtungen so darzustellen, als ob es sich um ein einziges Unternehmen handelt. Zwischengewinne der MU „auf Kosten“ der TU müssen deshalb eliminiert werden.

a) Im Einzelabschluss der MU-AG entsteht durch die Veräußerung an die TU-GmbH ein Gewinn von

GMU = 8.000·(20 – 5) = 8.000·15 = 120.000 €.

b) Die TU-GmbH kann Teile der Lieferung veräußern, sie erzielt einen Gewinn von

GTU = 6.000·(30 – 20) = 6.000·10 = 60.000 € .

c) Die beiden Unternehmen haben zusammen einen Gewinn von GMU + GTU = 120.000 + 60.000 = 180.000 €.

Nach der Einheitstheorie ist dieser Gewinn allerdings zu hoch, denn es hätten nur

GKonzern = GMU + TU = 6.000·(30 – 5) = 6.000·25 = 150.000 €

ausgewiesen werden dürfen.

Die Differenz erklärt sich aus dem Zwischengewinn, den die Mutter „auf Kosten“ der Tochter erzielt hat in Höhe von

ZG = 2.000 ME·(20 – 5) €/ME = 2.000 ME·15 €/ME = 30.000 €.

In der Konzernbilanz muss dieser Zwischengewinn von 30.000 € eliminiert werden, denn nach der Einheitstheorie sind die beiden Unternehmen wie zwei Teile ein und desselben Betriebs zu behandeln.

LAMBERT-REGEL:

Beachte also, dass man den Zwischengewinn auf zwei unterschiedliche Arten ausrechnen kann, nämlich zum einen durch

ZG = 180.000 – 150.000 = 30.000 € und zum anderen durch

ZG = 2.000·(20 – 5) = 30.000 €.

Lösung 21:

Es liegt mit der TU-GmbH ein Gemeinschaftsunternehmen vor, denn die Leitung erfolgt gemeinschaftlich mit der F-AG. Die Quotenkonsolidierung wird angewendet.

a) ist richtig, denn genauso funktioniert die Quotenkonsolidierung.

b) ist falsch, denn es müsste heißen: „höher als der anteilige Zeitwert“.

c) ist falsch, denn es müsste heißen, dass die Anschaffungskosten höher sind als der anteilige Zeitwert.

d) ist falsch, denn es müsste heißen: „höher als der anteilige (!) Zeitwert“, also nicht höher als der (komplette) Zeitwert.

e) ist falsch, denn sie aktiviert die Hälfte des Buchwerts.

f) ist falsch, denn sie aktiviert nicht den kompletten Buchwert, sondern lediglich die Hälfte.

g) ist falsch, denn sie aktiviert lediglich die Hälfte des Buchwerts.

h) ist richtig. So funktioniert die Quotenkonsolidierung.

Lösung 22:

a) Wegen der Einstimmigkeitsregel liegt ein Gemeinschaftsunternehmen vor. Zwar besitzt die M1 die Mehrheit an der TU, kann aber trotzdem keinen beherrschen Einfluss ausüben – wegen der Vereinbarung der Einstimmigkeit bei allen Geschäftsentscheidungen.

b) Der M1 stehen 60 % des gezeichneten Kapitals und 60 % der Rücklagen inkl. der stillen Reserven der TU zu. Der anteilige Zeitwert liegt somit bei

anteiliger ZeitwertEK = anteiliges gezeichnetes Kapital + anteili ge Rücklagen + anteilige stille Reserven

=0,6·200.000+0,6·600.000+0,6·300.000

= 120.000 + 360.000 + 180.000

= 660.000 €.

Die MU hat allerdings 700.000 € bezahlt, somit liegt ein positiver Firmenwert vor in Höhe von 40.000 €.

c) Die Konsolidierungsbuchung lautet folglich

gezeichnetes Kapital 120.000 €

Rücklagen 540.000 €

Firmenwert 40.000 €

an Anteile an Gemeinschaftsunterneh men 700.000 €.

Lösung 23:

a) Es liegt ein assoziiertes Unternehmen vor, da nach der Vermutung (widerlegbar!) ein maßgeblicher Einfluss besteht.

b) Die Beteiligung wird zum Erwerbszeitpunkt mit den Anschaffungskosten in Höhe von 600.000 € ausgewiesen.

c) Man berechnet den Unterschiedsbetrag UB als Differenz aus Anschaffungskosten und anteiligem Eigenkapital, also als

UB = Anschaffungskosten – anteiliges Eigenkapital

= 600.000 € – 0,25·(1.000.000 + 600.000)

= 600.000 – 0,25·1.600.000

= 600.000 – 400.000

= 200.000 €.

d) Auf die M1 entfallen 25 % der stillen Reserven, d.h. 0,25·400.000 = 100.000 €.

e) Der Unterschiedsbetrag aus Aufgabenteil b) spaltet sich auf in anteilige stillen Reserven und einen möglichen positiven Firmenwert, hier also in 200.000 = 100.000 + Firmenwert, d.h. der positive Firmenwert liegt bei 100.000 €.

f) Die Beteiligung liegt am Jahresende bei

Beteiligung31.12.11 = Beteiligung2.1.11 – Abschreibung stille Re serven + Gewinnanteil

= 600.000 – 400.000/5 + 60.000

= 600.000 – 80.000 + 60.000

= 580.000 €.

 

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