Internationale Rechnungslegung: 17.3 Bewertung

17.3 Bewertung

Lösung 65:

a) Die Maschine wird am Ende des Jahres 2009 mit ihrem Fair Value in Höhe von 480.000 € bewertet. Die Neubewertungsrücklage liegt bei 80.000 €. Der Buchungssatz lautet:

DR machinery 80.000 €, CR Revaluation surplus 80.000 €.

b) Die Maschine wird über fünf Jahre linear abgeschrieben, insofern kommt es zu einer planmäßigen Abschreibung in Höhe von 480.000/5 = 96.000 €. Die Neubewertungsrücklage wird, so lange die Maschine noch zum Anlagebestand der Unternehmung gehört, pro Periode stückweise in die einbehaltenen Ergebnisse (retained earnings) umgebucht. Es kommt insofern hier zu einer Umbuchung der Neubewertungsrücklage in Höhe von 80.000/5 = 16.000 €. Der Endbestand der Neubewertungsrücklage beträgt insofern am Ende des Jahres 2010 dann genau 80.000 – 16.000 = 64.000 €.

c) Die Abschreibungen der Maschine, wenn vorher eine Neubewertungsrücklage gebildet wurde, betragen 96.000 €. Die weiteren Aufwendungen, die entstehen, liegen bei 120.000 €. Also müssen pro Periode 216.000 € durch die Verkaufspreise gedeckt werden. Insofern liegen die Kosten pro Stück bei 216.000 €/20.000 ME = 10,80 €/ME. Wenn der Verkaufspreis also bei 10,80 € pro Stück liegt, so wird die Rücklage am Markt erwirtschaftet. Wenn hingegen die Neubewertung nicht vorgenommen wird, so müssten Abschreibungen in Höhe von 80.000 + 120.000 €, also insgesamt 200.000 € gedeckt werden. Der zugehörige Absatzpreis läge bei 200.000/20.000 = 10 € pro Stück. Insofern liegt hier ein Stückgewinn von 80 Cent vor, für 20.000 Stück beträgt der Gewinn entsprechend 16.000 €. Hierbei handelt es sich aber gerade um die Erhöhung des Eigenkapitals bzw. die Rücklage. Es handelt sich also ohne Steuern um jenen Betrag, der in die Gewinnrücklagen eingebucht wird.

LAMBERT-METHODE:

Vergleiche zur Neubewertungsmethode beispielhaft Kapitel 5.2.1.2.2 .

Lösung 66:

Man hat bei den Forschungs- und Entwicklungskosten zu unterteilen in:

  • Forschungskosten
    • Aktivierungsverbot
  • Entwicklungskosten
    • Aktivierungspflicht

Die im Jahre 2009 und im Jahre 2010 entstandenen Aufwendungen für die Forschung sind nicht zu aktivieren. Es handelt sich um 12·150.000 = 1.800.000 € für das Jahr 2009 und 3·150.000 = 450.000 € für das Jahr 2010. Diese Beträge finden also nicht Eingang in die Bilanz, sondern werden über die Gewinn- und Verlustrechnung kalkuliert.

Die Entwicklungskosten hingegen unterliegen einer Aktivierungspflicht. Die Bewertung erfolgt zu Herstellungskosten, wobei hier die direkten Kosten als auch die produktiven Gemeinkosten einzubeziehen sind. Es handelt sich damit um 4·120.000 + 4·180.000 = 1.200.000 €. Die Gemeinkosten des Verwaltungsbereichs sind Aufwand und nicht zu aktivieren.

Man erhält damit im Jahre 2010 bei monatsgenauer Abschreibung folgende Werte:

PostenRechnungBetrag
Herstellungskosten am 01.08.20101 200 000
Abschreibungen in 20101.200.000/20·(5/12)25 000
Bilanzwert am 31.12.20101 175 000

LAMBERT-METHODE:

Vergleiche zu Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen speziell das Schema aus Kapitel 3.2 .

Lösung 67:

a) Der beizulegende Zeitwert (= Fair Value) wird für die Neubewertung der Maschine am Jahresende 2009 verwendet. Bei der Neubewertungsmethode (Revaluation Model) wird der Zuschreibungsbetrag erfolgsneutral (!) in eine Neubewertungsrücklage eingestellt. Diese ist dann Teil des Eigenkapitals. Zunächst wird die lineare Abschreibung vorgenommen als

Abschreibung = Anschaffungskosten/Nutzungsdauer·1/2

= 300.000/10·0,5

= 15.000 €.

Da die Anschaffung der Maschine in der zweiten Jahreshälfte erfolgt, ist nach Anwendung der Vereinfachungsregel der halbe Jahresbetrag abzuschreiben. Nun ist der verbleibende Buchwert, also 300.000 – 15.000 = 285.000 €, mit dem fair value zu vergleichen. Da der fair value mit 400.000 € über dem vorläufigen Buchwert liegt, ist eine Zuschreibung in Höhe von 400.000 – 285.000 = 115.000 € vorzunehmen. Der Buchungssatz lautet entsprechend:

Fertigungsanlagen 115.000 an Neubewertungsrücklage 115.000 €.

LAMBERT-METHODE:

Damit bleibt gewissermaßen „per Saldo“ der ursprüngliche Buchwert bei der Maschine erhalten, den man ausrechnen könnte als

urspgl. Buchwert = neuer Buchwert – Neubewertungsrücklagen

= 400.000 – 115.000 = 285.000 €.

b) Die Fertigungsanlage wird linear über die verbliebene Restnutzungsdauer von 9,5 Jahren abgeschrieben, der Abschreibungsbetrag liegt damit bei

400.000/9,5 = 42.105,26 €.

Der Restwert am 31.12.2010 beträgt damit

400.000 – 42.105,26 = 357.894,74 €.

Zusätzlich muss die Neubewertungsrücklage auf die Laufzeit verteilt werden. Ein Teil der Rücklage wird durch die Nutzung realisiert, so dass insoweit eine Umbuchung in die Gewinnrücklagen erfolgen kann. Man rechnet hierfür

115.000/9,5 = 12.105,26 €.

Die Neubewertungsrücklage liegt damit am Ende des Jahres 2010 bei 115.000 – 12.105,26 = 102.874,74 €.

Die Gewinnrücklage (= reserves) liegt bei 12.105,26 €.

MERKE:

Die Neubewertungsrücklage muss nicht aufgelöst werden, wenn die Anlage weiter benutzt werden sollte. Sie kann dann auch in voller Höhe fortgeführt werden, eine Umbuchungspflicht in die Gewinnrücklagen besteht erst bei Abgang des entsprechenden Aktivpostens.

LAMBERT-METHODE:

Vergleiche zur Neubewertungsmethode beispielhaft Kapitel 5.2.1.2.2 .

Lösung 68:

a) Eine außerplanmäßige Abschreibung muss erfolgen, wenn der Recoverable Amount der CGU unterhalb des Buchwertes liegt. Hierbei versteht man unter dem Recoverable Amount den höheren Wert aus Fair Value less Costs to sell und dem Value in Use, also beim Patent

Recoverable Amount = max (Fair Value – Costs to sell; Value in Use)

= max (300.000 + 150.000 + 150.000; 650.000)

= max (600.000; 650.000)

= 650.000 €.

Insofern ist der Recoverable Ammount gleich dem Nutzungswert. Er liegt unterhalb des Buchwertes der Cash generating Unit, hierbei ist

Buchwert CGU = Buchwert Patent + Buchwert Maschine 1 + Buchwert Maschine 2

= 350.000 + 180.000 + 220.000

= 750.000 €.

Es besteht sofern eine Abschreibungspflicht in Höhe von insgesamt 750.000 – 650.000 = 100.000 €.

b) Die außerplanmäßige Abschreibung von 100.000 € ist im Ausmaß der Verhältnisse der Buchwerte auf die einzelnen Assets aufzuteilen. Diese werden durch die folgende Tabelle wiedergegeben.

WertPatentMaschine 1Maschine 2
Buchwert350 000180 000220 000
anteilmäßiger Buchwert46,66%24,00%29,33%
Abschreibung Anteilswert

100.000 €

46 666,6724 00029 333,33
Restbuchwert303 333,33156 000190 666,67

Wichtig ist noch zu überprüfen, ob die Wertuntergrenzen eingehalten werden. Hierfür ist wichtig, dass die Buchwerte der einzelnen Assets nicht unter ihren Nettoveräußerungspreisen liegen und weiterhin nicht kleiner sind als 0. Dies ist aber in allen drei Fällen erfüllt.

LAMBERT-METHODE:

Vergleiche zum Umgang mit Cash Generating Units das Kapitel 5.2.3.1 .

Lösung 69:

a) Pro Periode sind

Zins = Zinssatz·Nominalwert

= 0,12·500.000

= 60.000 €

Zinsen zu bezahlen. Im Vergleich zum Marktzins von 15 % (also 0,15500.000 = 75.000 € )sind daher jährlich 15.000 € weniger zu entrichten. Der Barwert dieser eingesparten Zahlungen berechnet sich entweder mit

  • der Rentenformel für nachschüssige Zahlungen oder
  • durch einfaches Abzinsen.

Mit Hilfe der Rentenformel rechnet man

C0 = A·[(1 + i)n-1]/[(i·(1 + i)n]

= 15.000·(1,154-1)/(0,15·1,154)

= 15.000·2,85498

= 42.824,68 €.

Alternativ kann man auch die einzelnen Zahlungsersparnisse mit dem Marktzinssatz einfach abzinsen und würde dann rechnen:

C0 = 8.000/(1 + i)1 + 15.000 /(1 + i)2 + … + 15.000/(1 + i)4

= 15.000/1,15 + 15.000/1,152 + … + 15.000/1,154

= 42.824,68 €

Die Beträge stimmen also – wie angekündigt – überein. Das Disagio beträgt 42.824,68 €.

b) Nominell sind, wie in Aufgabenstellung a) schon erwähnt, 60.000 € Zinsen zu bezahlen. Der Barwert der Verbindlichkeit liegt am Anfang des Jahres 2009 bei Nominalwert – Disagio = 500.000 – 42.824,68 = 457.175,32 €.

LAMBERT-METHODE:

Der Effektivzins berechnet sich jeweils als Marktzins auf den Barwert der Verbindlichkeit am Anfang des Jahres.

Das Disagio von oben errechneten 42.824,68 € wird nun Jahr für Jahr heruntergebucht und erhöht insofern die Verbindlichkeit.

LAMBERT-METHODE:

Es gilt also Abnahme des Disagios = Zunahme der Verbindlichkeit.

Man errechnet daher im ersten Jahr den Effektivzins als 0,15·457.175,32 = 68.576,32 €. Das Disagio ist der Unterschiedsbetrag zwischen dem effektiven Zins und dem Nominalzins, also gilt im ersten Jahr

Disagio 09 = Effektivzins 09 – Nominalzins 09

= 68.576,32 – 60.000

= 8.576,32.

Die Verbindlichkeit nimmt schließlich im Laufe des Jahres 09 in Höhe des Disagios zu auf

VerbindlichkeitEnde 09 = VerbindlichkeitAnfang 09 + Disagio 09

= 457.175,32 + 8.576,32

= 465.751,64 €.

Die Verbindlichkeit vom Ende des Jahres 09 ist damit auch die Verbindlichkeit von Anfang des Jahres 2010. Der Effektivzins beträgt daher im Jahre 2010 dann 15 % hierauf, das heißt 69.862,74 €. Damit liegt das Disagio bei 9.862,74 € im Jahre 10, die Verbindlichkeit am Ende damit bei 475.614,39 €.

Die gesamte Entwicklung der Verbindlichkeit in den vier Jahren 2009 – 2012 lässt sich also in der folgenden Tabelle ablesen.

IIIIIIIVV
PeriodenBarwert Verb. 1.1.XXXXNominelle ZinsenEffektivzins

= 0,15· I

Disagio

= III – II

Verb. 31.12.XXXX

= I + IV

2009457.175,3260.00068.576,328.576,30465.751,64
2010465.761,6460.00069.862,749.862,74475.614,39
2011475.614,3960.00071.342,1511.342,15486.956,55
2012486.956,5560.00073343,7313.043,48500.000 €

LAMBERT-METHODE:

Vergleiche zur Bewertung von Verbindlichkeiten Kapitel

Lösung 70:

a) Die Forderung entsteht mit Lieferung der Ware, also am 10. Dezember 2009. Die Meier AG hat an diesem Zeitpunkt alle vertraglichen Verpflichtungen erfüllt und das Risiko des zufälligen Untergangs ist auf den Erwerber übergegangen. Für Erträge gilt das Realisationsprinzip (= Realisation principle), dieses wird bei IFRS allerdings nicht so streng interpretiert wie im HGB, siehe z.B. die Langfristfertigung.

b) Forderungen werden zunächst mit den Anschaffungskosten bewertet. Wenn der erzielbare Betrag niedriger ist, so muss eine Abschreibung auf die Forderung erfolgen. Eine Wertminderung ist insbesondere dann anzusetzen, wenn es wahrscheinlich ist, dass die Zahlung nicht in voller Höhe erfolgen wird. Im vorliegenden Fall liegt der Nettowert der Forderung bei 250.000 €, die hierauf entfallende Umsatzsteuer beträgt 0,19·250.000 = 47.000 €. Der Ausfall von 60 % bezieht sich auf den Nettowert, sodass der Forderungsausfall bei 0,6·250.000 = 150.000 € liegt.

LAMBERT-METHODE:

Es kommt zu keiner Umsatzsteuerkorrektur im alten Jahr. Die Steuer wird erst dann korrigiert, wenn der endgültige Betrag einfließt, wenn also klar ist, in welcher Höhe die Forderung tatsächlich beglichen wird.

Der Buchwert des Kontos doubtful accounts liegt damit bei

BW = Nettowert des voraussichtlichen Forderungseingangs + USt. auf den alten Nettowert

= 100.000 € + 0,19·250.000

= 100.000 + 47.500

= 147.500 €.

Der Buchwert liegt bei Einbuchung der Forderung bei 250.000 € zzgl. 47.500 € USt., also bei 297.500 €. Durch den Ausfall von 150.000 € (netto) liegt der Buchwert am Ende des Jahres also bei 100.000 + 47.500 = 147.500 €.

LAMBERT-METHODE:

Es erfolgt also keine Korrektur der USt. Diese erfolgt vielmehr erst bei der Bezahlung der Forderung, in welcher Höhe auch immer. Die USt. am Ende des Jahres entspricht also dem Nettobetrag vor Verbuchung des impairment loss.

c) Zunächst wird die Forderung umgebucht auf das Konto zweifelhafte Forderungen (doubtful accounts). Der Buchungssatz hierzu lautet

DR Doubtful accounts 297.500 € CR 297.500 €.

Anschließend wird eine Abschreibung als Impairment loss auf das Konto der zweifelhaften Forderungen vorgenommen:

DR Impairment loss 150.000 € CR Doubtful accounts 150.000 €.

d) Wir unterscheiden die zwei Fälle

  • d1) und
  • d2)

d1) Der Zahlungseingang von 200.000 € erhöht das Konto Bank. Die zweifelhaften Forderungen, die noch einen Bestand von 147.500 € hatten, werden ausgebucht. Wenn 200.000 € eingehen, so teilt sich dieses auf einen Nettobetrag i.H.v. 200.000/1,19 = 168.067,23 € und einen Umsatzsteueranteil von 31.932,77 € auf. Die Umsatzsteuer ist zu korrigieren und zwar im Ausmaß der anstehenden Umsatzsteuerbeträge. Die Differenz beträgt

Differenz = 0,19·alter Nettobetrag – 0,19·neuer Nettobetrag

= 0,19·Unterschied der Nettobeträge

= 0,19·250.000 – 0,19·168.067,23 €

= 15.567,23 €.

Man erhält insofern einen sonstigen Ertrag i.H.v. 68.067,23 €. Der Buchungssatz lautet:

200.000 – 147.500 + 15.567,23

DR Cash 200.000 CR Doubtful accounts 147.500

DR Other payment 15.567,23 € CR Other income 68.067,23 €.

d2) Das Bankkonto wird um 100.000 € erhöht, die doubtful accounts wieder um 147.500 € gesenkt. Der Nettobetrag liegt bei 100.000/1,19 = 84.033,67. Die Umsatzsteuererstattung beträgt im vorliegenden Fall

USt. – Erstattung = 0,19·250.000 – 0,19·84.033,61

= 165.966,39·0,19

= 31.533,61

Der sonstige Aufwand liegt bei 15.966,39.

LAMBERT-METHODE:

Vergleiche zur Bewertung von Forderungen Kapitel 5.2.7 , speziell auf Abschreibungen auf Forderungen das Kapitel 5.2.7.2 .

Lösung 71:

Die folgende Tabelle gibt die Wertentwicklung der Maschine als auch der Neubewertungsrücklage an:

Jahr

Planmäß. Abschreib.

Vorläufiger Restbuchw.

Fair Value

Zuschreibung

Außerplanmäß. Abschreib.

Endg. Restbuchw.

Bildung/Auflösung NBRL

Neubew.rücklage

1

100 000

2

100 000

3

100 000

4

100 000

600 000

660 000

60.000

erfolgsneutral

660 000

+60 000

60000

5

110 000

50 000

6

110 000

440 000

320 000

80 000

320 000

-10.000

-40.000

40.000

0

7

80 000

8

80 000

160 000

210 000

40.000·

erfolgswirksam

210 000

+10.000·

erfolgsneutral

10 000

9

105 000

-5 000

5 000

10

105 000

-5 000

0

Im achten Jahr liegt der vorläufige Restbuchwert bei 160.000 €. Man kommt damit auf den Fair Value von 210.000 €, indem auf die fortgeführten (!) Anschaffungskosten von 1.000.000 – 8·100.000 = 200.000 € erfolgswirksam zugeschrieben wird, und indem zusätzlich weitere 10.000 € erfolgswirksam zugeschrieben werden, indem die Neubewertungsrücklage erhöht wird.

LAMBERT-METHODE:

Halten wir diesen letzten Punkt fest. Auf die fortgeführten Anschaffungskosten wird also erfolgswirksam zugeschrieben, auf eine möglicherweise sich noch ergebende Neubewertungsrücklage danach aber noch erfolgsneutral.

LAMBERT-METHODE:

Vergleiche zum Begriff der Zuschreibungen das Kapitel 5.2.2.2.3 .

Lösung 72:

Zum Erwerbszeitpunkt, also am 5. Dezember 2009, ist der Preis von 500.000 US – $ umzurechnen in Euro, man erhält damit 500.000 $/(1:0,8) $/€ = 500.000 $ ·0,8 €/1$ = 400.000 €.

a) Die Verbindlichkeit ist in ihrem Wert auf

WertVerbindlichkeit = 500.000 US $/(1 $/1,1 €)

= 500.000 $·1,1 €/1 $

= 550.000 €

gestiegen.

Es müssten also am Bilanzstichtag 550.000 € zurückgezahlt werden, es erfolgt insofern eine Zuschreibung der Verbindlichkeit und ein Kursverlust von 150.000 €. In dieser Höhe ist ein zusätzlicher Aufwand zu verrechnen.

b) Es müsste lediglich ein Betrag von

500.000 US : $/1 $/0,7 € = 500.000 $·0,7 €/1$ = 350.000 €

zurückgezahlt werden. Insofern entsteht ein Kursgewinn von 50.000 €, welcher als Ertrag verrechnet wird.

Lösung 73:

a) Die Anschaffungskosten liegen bei 200.000 €, denn die abziehbare Vorsteuer gehört nicht zu den Anschaffungskosten.

MERKE:

Wenn nichts im Aufgabentext gesagt wird, so kann in Prüfungen davon ausgegangen werden, dass die Unternehmung vorsteuerabzugsberechtigt ist.

Sollte die Unternehmung nicht vorsteuerabzugsberechtigt sein, so wird dies in den Aufgabenstellungen explizit erwähnt.

Nach dem Relevance-Grundsatz wird der volle Jahresbetrag der Abschreibung im Zugangsjahr, also in 2009, als Aufwand erfasst. Der recoverable amount ist der höhere Wert aus beizulegendem Zeitwert abzgl. der Verkaufskosten und dem Nutzungswert. Er berechnet sich hierbei als

Recoverable

amount = Max(beizulegender Zeitwert – Verkaufskosten; Nut zungswert)

= (120.000;110.000)

= 120.000 €.

Die folgende Tabelle zeigt die relevante Wertentwicklung:

Jahr

planm.. Abschreib.

vorl. RBW

Fair Value

Zuschreibung

außerplanm. Abschreib.

endgült. RBW

2009

13333,33

186666,7

2010

20.000

166666,7

120.000

46666,67

120000

2011

14400

105600

2012

14400

91200

·

.

.

·

.

.

·

.

.

2018

14400

600

2019

600

0

Im Jahre 2009 erfolgt eine monatsgenaue planmäßige Abschreibung von (200.000/10)*(8/12) = 20.000*(2/3) = 13.333,33 €, denn die Maschine wurde im Mai angeschafft. Im zweiten Jahr wird zunächst 20.000 € planmäßig abgeschrieben, was zu einem vorläufigen Restbuchwert von 186.666,66 – 20.000 = 166.666,67€ führt. Der Fair Value liegt bei 120.000 €, weshalb – außerplanmäßig – 46.666,67 € abgeschrieben werden müssen. Der endgültige Restbuchwert liegt am Ende des Jahres 2010 damit bei 120.000 €, im Folgenden werden daher 15.000 € planmäßig abgeschrieben über die folgenden acht Jahre.

b) Der Grund für die außerplanmäßige Abschreibung ist am 31.12.2012 entfallen. Es muss damit auf den recoverable amount zugeschrieben werden. Bei dem Cost Model sind hierfür allerdings Obergrenze die fortgeführten Anschaffungskosten und damit historische Anschaffungskosten – planmäßige Abschreibungen·4 = 200.000 – (13.333,33 + 20.000 *3) = 126.666,67 €. Es darf damit maximal auf 126.666,67 € zugeschrieben werden. Der folgende Plan erläutert das Vorgehen nochmals:

Jahr

planm.. Abschreib.

vorl. RBW

Fair Value

Zuschreibung

außerplanm. Abschreib.

endgült. RBW

2009

13333,33

186666,7

2010

20.000

166666,7

120.000

46666,67

120000

2011

14400

105600

2012

14 400

91 200

0

35 467

126 667

2013

21 111

105 555

2014

21 111

84 445

2015

21 111

63 333

2016

21 111

42 222

2017

21 111

21 111

2018

21 111

0

LAMBERT-METHODE:

Vergleiche zu plan- und außerplanmäßigen Abschreibungen die Kapitel 5.2.2.2.1 und 5.2.2.2.2 , zu Zuschreibungen das Kapitel 5.2.2.2.3 .

Lösung 74:

a) Die Vorsteuern sind nicht Teil der Anschaffungskosten, weil die Unternehmung vorsteuerabzugsberechtigt ist. Hingegen zu den Anschaffungskosten gehören der Anschaffungspreis abzgl. des Skontos und zzgl. der Transportkosten, weil alle drei Komponenten als Einzelkosten direkt der Maschine zuordenbar sind. Man erhält hiermit Anschaffungskosten (AK) in Höhe von

AK = 80.000 – 0,03·80.000 + 8.000

= 80.000 – 2.400 + 8.000

= 85.600 €.

b) Der Skonto kann nicht abgezogen werden, weil die Bezahlung zu spät erfolgt. Insofern liegen die Anschaffungskosten bei

AK = 80.000 + 8.000 = 88.000 €.

LAMBERT-METHODE:

Vergleiche zum Anschaffungskostenbegriff Kapitel 5.1.1.1 .

Lösung 75:

a) Der jährliche Abschreibungsbetrag liegt bei

Abschreibung = Anschaffungskosten/Nutzungsdauer

= 500.000/10

= 50.000 €.

Im ersten Jahr, also im Jahr 2009, sind hiervon lediglich 25.000 € als Abschreibung zu verrechnen, denn der Zugang erfolgt am 1.8.2009 und damit im zweiten Halbjahr des Jahres. Der Restbuchwert liegt am 31.12.2013, also nach 4,5 Jahren, bei

Restbuchwert2013 = Anschaffungskosten – Abschreibung2009 – Abschreibung2010-2013

= 500.000 – 25.000 – 4·50.000

= 275.000 €.

Der Abschreibungsplan sieht damit folgendermaßen aus:

Jahr

Abschreibung

Restbuchwert

2009

25 000

475 000

2010

50 000

425 000

2011

50 000

375 000

2012

50 000

325 000

2013

50 000

275 000

b) Die Änderung der Nutzungsdauer stellt eine Änderung von Schätzungen dar und ist nach IAS 8 prospektiv, also für die Zukunft, zu erfassen. Am Ende des Jahres 2013 sind bereits 4,5 Jahre der gesamten Nutzungsdauer von acht Jahren verbraucht, folglich wird der Restbuchwert von 275.000 € auf die noch verbleibenden 3,5 Jahre verteilt. Man erhält damit einen jährlichen Abschreibungsbetrag von

AB2014-2016 = Restbuchwert 2013/Restnutzungsdauer

= 275.000/3,5

= 78.571,43 €.

Damit sieht der Abschreibungsplan folgendermaßen aus:

Jahr

Abschreibung

Restbuchwert

2009

25 000,00

475 000,00 €

2010

50 000,00

425 000,00

2011

50 000,00

375 000,00

2012

50 000,00

325 000,00

2013

50 000,00

275 000,00

2014

78 571,43

196 428,57

2015

78 571,43

117 857,14

2016

78 571,43

39 285,71

2017

39 285,71

0,00

LAMBERT-METHODE:

Vergleiche zum Abschreibungsbegriff Kapitel 5.2.2.2.1 .

Lösung 76:

Im Falle a) kann der volle Buchwert als Verkaufserlös erzielt werden. Die Neubewertungsrücklage wird komplett ausgebucht bzw., genauer gesagt, komplett in die einbehaltenen Gewinne (retained earnings) umgebucht. Der Buchungssatz lautet:

DR Cash 250.000 €

DR Revaluation surplus 60.000 € an CR machinery 250.000 €

an CR retained earnings 60.000 €.

b) Wichtig zunächst folgender Hinweis.

LAMBERT-METHODE:

Zunächst wird die Maschine in der Höhe der Neubewertungsrücklage erfolgsneutral abgewertet, bevor sie dann ausgebucht wird.

Konkret wird also die Neubewertungsrücklage in Höhe von 250.000 – 210.000 € = 40.000 € runtergebucht, bevor weitere 20.000 €, also der Rest, in die einbehaltenen Gewinne (= retained earnings) umgebucht werden. Die Buchungssätze lauten also wie folgt:

Anteilige Rücklagen-Umbuchung:

DR revaluation surplus 40.000 € CR machinery 40.000 €

DR cash 210.000 € CR machinery 210.000 €

DR revaluation surplus 20.000 € CR retained earnings 20.000 €.

LAMBERT-METHODE:

Vergleiche zur Neubewertungsmethode beispielhaft Kapitel 5.2.1.2.2 .

Lösung 77:

Deutsche BezeichnungEnglische BezeichnungRechnungBetrag
Anschaffungskosten 1.8.2009Costs of Purchase400 000 €
Abschreibungen im Jahr 2009Depreciation Expense year 2009400.000/5·0,540 000 €
Abschreibung in 2010Deprecitation400.000/580 000 €
Vorläufiger BuchwertPreliminary Carrying Amount360.000

80.000

280 000 €
Erzielbarer Betrag, 31.12.2010Recoverable Amount240 000 €
Außerplanmäßige AbschreibungImpairment Loss280.000

– 240.000

40.000 €
Endgültiger Buchwert 31.12.2010Final Carrying Amount240 000 €
Abschreibungen 2011Depreciation Expense 2011240.000/3,568 571 €
Vorläufiger BuchwertPreliminary Carrying Amount240.000

– 68.571,43

171 429 €
Erzielbarer Betrag 31.12.2011Recoverable Amount 217 000 €
Bis maximal: Zuschreibung Fortgeführte AnschaffungskostenOriginal Carrying Amount400.000

– 40.000

– 2·80.000

200 000 €
ZuschreibungReversal of an Impairment Loss200.000

-171.428,57

28 571,43 EUR
Endgültiger BuchwertFinal Carrying Amount200 000 €

 

LAMBERT-METHODE:

Vergleiche zur Problematik von planmäßigen und außerplanmmäßigen Abschreibungen die Kapitel 5.2.2.2.1 und 5.2.2.2.2 , zu Zuschreibungen dann Kapitel 5.2.2.2.3 .

Lösung 78:

a) Man stellt den erwarteten Zahlungsabschluss im Jahre 2009 zurück. Dieser liegt bei:

Erwart. Abfluss = P1·Abfluss1 + P2·Abfluss2 + P3·Abfluss3

= 0,4·10.000 + 0,5·20.000 + 0,1·30.000

= 4.000 + 10.000 + 3.000

= 17.000 €.

Man erwartet in vier Jahren, also am Ende des Jahres 2013, eine Auszahlung in Höhe von 17.000 €. Diese ist heute, also am Ende des Jahre 2009, hingegen abgezinst 17.000/1,064 = 13.465,59 € wert.

b) Der Barwert der Verpflichtung liegt ein Jahr später, also am Ende des Jahres 2010, bei 14.273,53(= 17.000/1,063). Die Differenz der Barwerte in Höhe von 14.273,53 – 13.465,59 = 807,94 stellt einen Zinsaufwand dar, der Buchungssatz lautet entsprechend:

Dr Finance Expense 807,94 € Cr Non-financial Liability 807,49 €.

Lösung 79:

Man muss die Effektivzinsmethode anwenden. Den Effektivzins rechnen wir zunächst aus als internen Zinsfuß der Zahlungen. Die Zahlungen selbst stellt die folgende Tabelle dar:

Periode01234
Zahlung 49000-4000-4000-4000-54000

Hieraus errechnet man die Rendite als kritischen Zins, der zu einem Kapitalwert von 0 € führt:

Kapitalwert = 49.000 – 4.000/(1 + i) – 4.000/(1 + i)2 – 4.000/(1 + i)3 – 54.000/(1 + i)4 = 0. Dies nach i aufgelöst, liefert einen internen Zinsfuß von i* = 8,6128 %.

Dann berechnet man die Zuschreibung des ersten Jahres als Anfangswert, multipliziert mit dem Effektivzins und zieht den Nominalzins ab:

Zuschreibung1 = 49.000·0,086128 – 4.000 = 220,27 €.

Damit liegt der Bilanzwert am Ende des Jahres 1 bei 49.000 + 220,27 = 49.220,27 €. Die Zuschreibung des zweiten Jahres liegt bei Zuschreibung2 = 49.220,27·0,086128 – 4.000 = 239,24 €. Der Buchwert am Ende der zweiten Periode beträgt also 49.459,51 €. Insgesamt erhält man folglich

Periodefortgeführte

Anschaffungskosten

ZuschreibungNominalzins
049 000,00 €
149 220,27 €220,274 000,00 €
249 459,51 €239,244 000,00 €
349 719,36 €259,854 000,00 €
450 000,00 €282,234 000,00 €

 

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