Internationale Rechnungslegung: 17.4 Gewinn – und Verlustrechnung

17.4 Gewinn- und Verlustrechnung

Lösung 80:

Es sind zunächst die Anschaffungskosten zu berechnen. Wichtig ist, dass hierzu lediglich die Einzelkosten gehören, außerdem ist die Unternehmung nicht komplett vorsteuerabzugsfähig. Dies bedeutet, dass der nicht abzugsfähige Teil (= 30 %) hinzugerechnet werden muss. Man rechnet insofern folgendermaßen:

Posten

Rechnung

Betrag

Anschaffungspreis, netto400 000 €
30 % Vorsteuer vom Anschaffungspreis0,3·0,19·400.000 €22 800 €
Transportkosten netto 4.0004 000 €
30% Vorsteuer auf die Transportkosten0,3·0,19·4000228 €
Transportversicherung (umsatzsteuerfrei)3 500 €
Installationskosten (¼ von 6.000 €)0,25·6.0001 500 €
Anschaffungskosten am 1.8.09432 028 €

Man rechnet auf diesen Betrag der Anschaffungskosten dann die geometrisch-degressive Abschreibung, indem der Abschreibungsprozentsatz vom jeweiligen Restbuchwert genommen wird. Im ersten Halbjahr findet die Vereinfachungsregelung Anwendung, d.h. es wird lediglich der hälftige Abschreibungsbetrag angesetzt in Höhe von

Abschreibung = Abschreibungsprozentsatz·AK·0,5

= 0,5·0,3·432.028

= 64.804.20 €.

Dies führt zu folgender Tabelle:

Jahr

Abschreibung

Restbuchwert

9

64 804

367 224

10

110 167

257 057

LAMBERT-METHODE:

Vergleiche zum Begriff der Anschaffungskosten nochmals Kapitel 5.1.1.1 , zur degressiven Abschreibung dann speziell Kapitel 5.2.2.2.1.2 .

Lösung 81:

Die planmäßige Abschreibung des Jahres 2009 berechnet sich als 0,25·500.000 € = 125.000 €, der vorläufige Restbuchwert liegt damit um 125.000 € unterhalb der Anschaffungskosten und damit bei 375.000 €. Es kommt zu einer außerplanmäßigen Abschreibung, weil der Niederstwerttest ergibt, dass der erzielbare Betrag bei

Erzielbarer Wert = Max (fair-value less cost sell; value in use)

= Max (315.000, 300.000)

= 315.000 €

liegt, es ist also eine außerplanmäßige Abschreibung von 60.000 € vorzunehmen, um den Buchwert von 375.000 € auf 315.000 € zu senken.

Die planmäßige Abschreibung des Jahres 2010 beträgt damit 0,25·315.000 = 78.750 €, der vorläufige Restbuchwert folglich bei 236.250 €. Dann ist zu prüfen, ob eine Zuschreibung stattfinden kann, denn der recoverable amount am Ende des Jahres 2010 beläuft sich auf 260.000 €. Es kann maximal auf die fortgeführten Anschaffungs- oder Herstellungskosten zugeschrieben werden, diese liegen aber bei (1-0,25)·(1-0,25)·500.000 = 281.250. Insofern kann die Zuschreibung in voller Höhe erfolgen auf den Wert von 260.000 – 236.250 = 23.750 €. Der Restbuchwert liegt damit am Ende des Jahres 2010 bei 260.000 €.

Für das Jahr 2011 schließlich wird 25 % von 260.000 € planmäßig abgeschrieben, nämlich ein Betrag von 65.000 €.

Es gilt mithin folgender Plan:

Jahr

planmäßige Abschr.

vorläufiger Restbuchw.

außerplanmäß. Abschr.

Zuschreibung

endgültiger Restbuchw.

2009125 000 €375 000 €60 000 €315 000 €
201078 750 €236 250 €23.750 €

(=0,75·0,75·500.000-236250)

260 000 €
201165 000 €195 000 €195 000 €

LAMBERT-METHODE:

Vergleiche zur Problematik von planmäßigen und außerplanmmäßigen Abschreibungen die Kapitel 5.2.2.2.1 und 5.2.2.2.2 , zu Zuschreibungen dann Kapitel 5.2.2.2.3 .

Lösung 82:

Die jährlichen Inspektionskosten sind bei den IFRS laufende Wartungskosten und damit Erhaltungsaufwand. Sie werden nicht aktiviert.

Hingegen bilden die Kosten für die Generalüberholung einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen und müssen deswegen als Komponente der Maschine aktiviert werden. Ohne die Generalüberholung wäre die Maschine nicht mehr nutzbar und könnte insofern keine Zahlungen in der Zukunft erwirtschaften. Die Abschreibung der zusätzlich aktivierten Kosten der Generalüberholung erfolgt über vier Jahre bis zur nächsten Generalüberholung.

LAMBERT-METHODE:

Bei den IFRS werden nachträgliche Aufwendungen eher aktiviert als im HGB. Im HGB liegt nämlich sowohl bei den jährlichen Wartungskosten als auch bei der Generalüberholung ein Erhaltungsaufwand vor, welcher sofort als Aufwand verrechnet wird und gerade nicht aktiviert werden darf. Die Kosten für die Generalüberholung stellen nämlich keine wesentlichen Verbesserungen im Vergleich zum Ursprungszustand dar.

 

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