Internationale Rechnungslegung: 17.8 Internationale Konzernrechnungslegung

17.8 Internationale Konzernrechnungslegung

Lösung 87:

Bei der Neubewertungsmethode wird das aufzurechnende Eigenkapital auf Basis der Zeitwerte genommen (deshalb der Name Neubewertungsmethode, denn zunächst wird neubewertet, damit man die Buchwerte den Zeitwerten anpasst).

Die stillen Reserven und stillen Lasten werden vor (!) der Konsolidierung aufgelöst.

Man rechnet

Goodwill = Beteiligungswert – Quote·(Eigenkapital + stille Reserven)

= 1.000 – 1,0·(400 + 400 + 50 + 100)

= 50.

Der Buchungssatz der Neubewertung lautet

sonstiges Anlagevermögen 50

Umlaufvermögen 100 an Rücklagen 150,

danach folgt die Kapitalkonsolidierung mit

Geschäftswert 50

Gezeichnetes Kapital 400

Rücklagen 550 an Beteiligung 1.000.

Also:

MU

A P

TU

A P

Summenbilanz

A P

Neubewtg.

S H

Konsolid.

S H

Konzernbilanz

A P

Goodwill5050
Beteili-gung10001000

1000

sonstiges Anlage-vermögen150010002500502550
Umlauf-vermögen1500100025001002600
Summe4000200060005200
Gezeich-netes Kapital

1000

400

1400

400

1000

Rück-lagen

1000

400

1400

150

550

1000

Fremd-kapital

2000

1200

3200

3200

Summe

4000

2000

6000

5200

MERKE:

Man sieht also, dass

  • zuerst neubewertet wird und
  • dann erst konsolidiert!

LAMBERT-METHODE:

Vergleiche zur Erstellung der Kapitalkonsolidierung ohne Minderheitsgesellschafter das Kapitel 11.5.1.1.1 .

Lösung 88:

Vor der Kapitalkonsolidierung werden die Bilanzpositionen auf Tageswerte umbewertet. Alle stillen Reserven und alle stillen Lasten werden aufgelöst, auch jene, die den „anderen“ Gesellschaftern zuzurechnen sind. Der Buchungssatz der Neubewertung lautet

Anlagevermögen 50

Umlaufvermögen 100 an Rücklagen 150.

Dann ist fraglich, wie mit den Minderheitsgesellschaftern umzugehen ist. Man rechnet den Minderheitenanteil am neubewerteten Kapital aus als

Anteile anderer

Gesellschafter = Minderheitenquote·neubewertetes Eigenkapital

= 0,2·(400 + 400 + 150)

= 190.

Auch deren Anteil an den stillen Reserven in Höhe von 0,2·150 = 30 ist in den 190 drin! Die Kapitalkonsolidierung läuft gegen das neubewertete Eigenkapital:

1.000 – 0,8·(400 + 400 + 150) = 240.

Also ist der Buchungssatz für die Kapitalkonsolidierung:

Goodwill 240

Gezeichnetes Kapital 400

Rücklagen (400+150) 550 an Beteiligung 1.000

Anteile anderer

Gesellschafter 190.

Man erhält damit

Mutterunternehmen

A P

Tochterunternehmen

A P

Summen-bilanz

A P

Neubewertung

S H

Konsolidierung

S H

Konzernbilanz

A P

Goodwill240240
Beteili-gung10001000

1000

sonstiges Anlage-vermögen150010002500502550
Umlauf-vermögen1500100025001002600
Summe4000200060005390
Gezeich-netes Kapital

1000

400

1400

400

1000

Rück-lagen

1000

400

1400

150

550

1000

Anteile anderer Gesell-schafter

190

190

Fremd-kapital

2000

1200

3200

3200

Summe

4000

2000

6000

5390

LAMBERT-METHODE:

Vergleiche zur Erstellung der Kapitalkonsolidierung mit Minderheitsgesellschaftern das Kapitel 11.5.1.2.1 .

Lösung 89:

a) Eine Kapitalkonsolidierung ist nötig, weil der Beteiligungsbuchwert bei der Mutter und das Eigenkapital bei der Tochter dieselbe Sache zweimal ausdrücken, denn die Mutter kauft zum Beteiligungsbuchwert das Eigenkapital der Tochter.

Der Buchwert errechnet sich als

  • Differenz aus
  • Beteiligungswert (der bei der Mutter gebucht wird) und dem
  • quotalen, neubewerteten Eigenkapital der Tochter.

b) Man kalkuliert KAP = 1.500 – 1*1.000 = 500 €.

c) Man rechnet KAP = 800 – 1*1.000 = -200 €.

Lösung 90:

Wir unterscheiden bei der Bewertung zu Herstellungskosten nach § 255 II HGB

  • die Wertuntergrenze und
  • die Wertobergrenze.

Es gilt

Materialeinzelkosten 1.000

Fertigungseinzelkosten 2.000

Transportkosten (sind auch FEK) 200

Materialgemeinkosten 500

Fertigungsgemeinkosten 300

= Konzernmindestwert, d.h. Wertuntergrenze 4.000 €

Der Konzernhöchstwert ergibt sich damit zu

Wertuntergrenze 4.000

zzgl. Verwaltungsgemeinkosten 200

= Konzernhöchstwert = Wertobergrenze 4.200 €.

Der zu eliminierende Zwischengewinn ist davon abhängig, ob zur Wertobergrenze oder zur Wertuntergrenze aktiviert wurde.

Ansatz zur WertobergrenzeAnsatz zur Wertuntergrenze
Anschaffungskosten 5.550Anschaffungskosten 5.550
abzgl. Konzernhöchstwert 4.200abzgl. Konzernmindestwert 4.000

Zwischengewinn 1.350

Zwischengewinn 1.550

Beim Ansatz zur Wertuntergrenze lautet der Buchungssatz

Umsatzerlöse 277.500

an aktivierte Eigenleistungen 12.800

Bestandserhöhung 19.200

Materialaufwendungen 222.000

Jahresüberschuss 23.500

Die Bestandserhöhung berechnet sich als 6·3.200 = 19.200 €, die aktivierten Eigenleistungen sind 4·3.200 = 12.800 €.

b) Die Abschreibungen laufen über vier Perioden. Der Wertansatz in der Bilanz der Tochter liegt bei 5.550 € pro Motor, der Wertansatz im Konzernabschluss hingegen bei 3.200 € pro Stück. Damit ist die Abschreibung im Einzelabschluss 5.550/4 = 1.387,50 €, im Konzernabschluss dagegen 3.200/4 = 800 €.

Lösung 91:

Der Verkauf der Motoren ist aus Konzernsicht lediglich ein Innenumsatz. Dieser ist

  • durch Aufrechnung mit den darauf entfallenden Aufwendungen oder
  • durch Umgliederung

zu eliminieren.

Aus Konzernsicht stellt sich die Lage wie folgt dar:

  • 70 Motoren wurden produziert,
  • 40 Motoren wurden hiervon verkauft
    • der Materialeinsatz dieser 40 verkauften Motoren ist rückgängig zu machen mit 40·5.000 = 200.000 €.
  • 20 Motoren wurden ins Umlaufvermögen übernommen,
    • es folgt eine Erhöhung des Bestandes an fertigen Erzeugnissen zu Herstellungskosten, also 20·3.000 = 60.000 €
  • 10 dagegen ins Anlagevermögen übernommen.
    • die anderen aktivierten Eigenleistungen erhöhen sich, nämlich auf 10·3.000 = 30.000 €.

Zusätzlich dazu muss der Zwischengewinn aus den bei der Mutter aktivierten Motoren, also (10 + 20)·(5.000 – 3.000) = 30·2.000 = 60.000 €, rückgängig gemacht werden.

Der Buchungssatz lautet also

Umsatzerlöse 350.000

an Bestandserhöhungen 60.000 €

aktivierte Eigenleistungen 30.000 €

Materialaufwand 200.000 €

Jahresüberschuss 60.000 €.

Die Ingenieur-Leistung ist – aus Konzernsicht – eine betriebsinterne Leistung. Damit sind die 500.000 € vom sonstigen Betriebsertrag auf andere aktivierte Eigenleistungen umzubuchen.

Der Verkauf der Lkw hat aus Konzernsicht nicht stattgefunden. Deshalb ist die beim Verkauf realisierte Wertminderung

  • als ausserplanmäßige Abschreibung umzudeuten oder,
  • als Zwischengewinn (= Zwischenergebnis) zu eliminieren, wenn keine Wertminderung vorliegt.

Wir entscheiden uns hier für die Abschreibungsvariante. Also erhält man

GuVTUMUKonsolidierungKonzern-

GuV

SH
Umsatzerlöse350.000360.000350.000360.000
Erhöhung des Bestandes an fertigen Erzeugnissen60.000 (2)60.000 (2)
andere aktivierte Eigenleistungen30.000 (3)30.000 (3)
sonstige Betriebserträge500.000500.000 (ist Innenumsatz)
Material-, Personalaufwand210.000 (= 70·3.000)200.000 (=40·5.000)200.000 (1)210.000
Abschreibungen250.000·250.000
sonstiger betriebl. Aufwand250.000250.000
Jahresüberschuss140.000410.000500.000

60.000 (4)

-10.000
Summe1100.0001100.000

* Der Verlust der Lkw wird als Abschreibung gebucht, nicht als sonstiger betrieblicher Aufwand.

LAMBERT-METHODE:

Vergleiche zur Zwischenerfolgseliminierung Kapitel 11.7 .

 

 

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