Mikroökonomie: 2.5 Veränderungen bei Einkommensänderungen

2.5 Veränderungen bei Einkommensänderungen

Es existieren die

  • Einkommens-Konsum-Kurve und die
  • Engel-Kurve.

2.5.1 Einkommens-Konsum-Kurve

Wenn das Einkommen des Haushalts erhöht wird, verschiebt sich die Budgetgerade nach rechts außen. Es werden durch diese Rechtsverschiebungen neue Tangentialpunkte angenommen, nämlich hier T0, T1, T2 usw.

Abb. 25: EKK bei Budgeterhöhung und superiorem Gut

LAMBERT-REGEL:

Die Nutzenindifferenzkurven sind vorher schon da, sie liegen im Raum wie Magnetlinien. Die Tangentialpunkte kommen also dadurch zustande, dass durch die Rechtsverschiebungen der Budgetgeraden neue Indifferenzkurven erreicht werden.

Wenn man die Tangentialpunkte, die man durch die Rechtsverschiebungen erhält, miteinander verbindet, so erhält man die sog. Einkommens-Konsum-Kurve EKK. Diese gibt jene Kombinationen aus x1 und x2 an, die bei gegebenem Einkommen optimal sind.

LAMBERT-REGEL:

Nun lassen sich zwei Fälle unterscheiden.

  • Zum einen kann die Einkommens-Konsum-Kurve „normal“ verlaufen, nämlich als steigende Kurve. Beide Güter sind dann superior.
  • Wenn sie hingegen fallend verläuft, so ist eines der beiden Güter inferior.

Versuchen wir also, einen fallenden Verlauf der Einkommens-Konsum-Kurve herzuleiten. Genauer gesagt, soll im Folgenden das Gut 1 inferior sein, das Gut 2 dafür superior.

Der Trick ist, dass die Indifferenzkurven

  • rechts weit auseinander und
  • links eng zusammen liegen müssen.

Abb. 26: EKK bei Budgeterhöhung und inferiorem Gut

Wenn sich dann die Budgetgeraden – so wie eben auch – aufgrund von Einkommenserhöhungen nach rechts verschieben (von B0 nach B1 und weiter nach B2), so werden die Tangentialpunkte T0, T1 und T2 angenommen. Verbindet man diese, so erhält man eine fallende Einkommens-Konsum-Kurve.

MERKE:

Mit steigendem Einkommen sinkt die nachgefragte Menge des ersten Gutes, wie man sieht (nämlich von x10 auf x11 und schließlich auf x12).

Beachte außerdem die folgende

LAMBERT-REGEL:

Es können nicht beide Güter gleichzeitig inferior sein.

2.5.2 Engel-Kurve

Die Engel-Kurve hat große Ähnlichkeit mit der Einkommens-Konsum-Kurve, sie sagt aber nicht dasselbe aus.

MERKE:

Die Einkommens-Konsum-Kurve gibt nutzenmaximale Kombinationen der beiden Güter an bei Budgetveränderungen (s. Abb. 27 (a)).

Die Engel-Kurve hingegen zeigt Kombinationen aus Einkommen B und Menge des betrachteten Gutes (s. Abb 27 (b)).

Leiten wir graphisch den Verlauf der Engel-Kurve her. Wir gehen dabei aus von der Graphik der Einkommens-Konsum-Kurve. Passend zum Einkommen B0 ist die Budgetgerade B0 und der Tangentialpunkt T0. Dieser gibt u.a. die optimale Menge des ersten Gutes an. Wenn man auf der Höhe dieser nachgefragten Menge x10 runterprojiziert, so erhält man jenen Punkt C, der genau die Kombination aus (ursprünglichem) Einkommen B0 und hieraus folgender Menge x10 angibt.

Steigt das Budget auf B1, so erhält man den neuen Tangentialpunkt T1 – verbunden mit einer neuen optimalen Menge x11 des ersten Gutes. Die Kombination aus beiden zeigt der Punkt D.

Genauso verhält es sich bei einer nochmaligen Einkommenserhöhung auf B2 – es resultiert der Punkt E.

Verbindet man die Punkte C, D und E, so erhält man schließlich die Engel-Kurve.

   

b. 27: Herleitung Engel-Kurve (b) aus der EKK (a)

 

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