Kür­zung nach § 9 Nr. 1 GewStG

Kürzung für sich im Grundbesitz befindliche Grundstücke

Zu den gewer­be­steu­er­li­chen Kür­zun­gen gehört unter ande­rem, aber nicht nur, 1,2 % des Ein­heits­werts des zum Betriebs­ver­mö­gen des Unter­neh­mens gehö­ren­den und nicht von der Grund­steu­er befrei­ten Grund­be­sit­zes. Hier­bei ist jener Ein­heits­wert maß­ge­bend, wel­cher auf den letz­ten Fest­stel­lungs­zeit­punkt vor dem Ende des Erhe­bungs­zeit­raums lau­tet. Für Grund­stü­cke, wel­che in den alten Bun­des­län­dern bele­gen sind, heißt dies, dass nach § 121a BewG die gewer­be­steu­er­li­che Kür­zung aus­zu­rech­nen ist durch (§ 9 Nr. 1 S. 1 GewStG). 

LAMBERT-METHODE:

Die Kür­zung für die alten (!) Bun­des­län­der berech­net sich als:

gewer­be­steu­er­li­che Kür­zung = 0,012*1,4* Ein­heits­wert des Grundbesitzes.

Der Fak­tor von 1,4 rührt aus § 121a BewG.

Für die neu­en Bun­des­län­der gilt nicht ein Fak­tor von 140 %, son­dern viel­mehr die ent­spre­chen­de Zahl, die für die Ein­heits­wer­te von 1935 gilt (§§ 129 BewG).

Wich­tig ist wei­ter­hin, dass der Grund­be­sitz am Anfang des Jah­res zum Unter­neh­men gehört haben muss, um im Rah­men der Kür­zung des § 9 GewStG berück­sich­tigt wer­den zu kön­nen (R 9.1 I 10 GewStR). 

Bei­spiel:

Die X‑AG aus Bochum hat seit meh­re­ren Jah­ren ein Betriebs­grund­stück mit einem Ein­heits­wert von 350.000 €. Ihr Gewinn aus Gewer­be­be­trieb  für das Jahr 2021 beträgt 31.519 €. 

Berech­ne den Gewer­be­er­trag der X‑AG  für das Jahr 2021.

Die Stadt Bochum liegt in den alten Bun­des­län­dern, des­halb ist ein Fak­tor von 1,4 anzu­wen­den (§ 121a BewG). Das Grund­stück gehör­te am 1.1.2021 zum Unter­neh­men, die Kür­zung des § 9 Nr. 1 GewStG ist des­halb anwendbar. 

Man rech­net insgesamt

gewer­be­steu­er­li­che Kür­zung = 0,012*1,4*Einheitswert = 0,012*1,4*350 .000 = 5.880 €. 

Man berech­net folg­lich den Gewer­be­er­trag der X‑AG als

Gewinn aus Gewer­be­be­trieb 31.519 €

abzgl. gewer­be­steu­er­li­che Kür­zung nach § 9 Nr. 1 GewStG 5.880 €

= Gewer­be­er­trag 25.639 €. 

Bei­spiel:

Die X‑AG aus Bochum hat seit dem 1.4.2021 ein Betriebs­grund­stück mit einem Ein­heits­wert von 350.000 €. Ihr Gewinn aus Gewer­be­be­trieb für das Jahr 2021 beträgt 31.519 €. 

Berech­ne den Gewer­be­er­trag der X‑AG für das Jahr 2021.

Da das Betriebs­grund­stück nicht schon am Anfang des rele­van­ten Jah­res 2021 zum Unter­neh­men gehör­te, ist die Kür­zung des § 9 Nr. 1 GewStG  im vor­lie­gen­den Fal­le nicht anwend­bar (R 9.1 I 10 GewStR). 

Des­halb ist hier der Gewinn aus Gewer­be­be­trieb iden­tisch zum Gewer­be­er­trag, und zwar in Höhe von 31.519 €.