Verdeckte Einlagen

Verdeckte Einlagen erhöhen das Einkommen nicht (§ 8 III 3 KStG). Se sind deshalb wieder abzuziehen, denn sie hatten vorher den handelsrechtlichen Jahresüberschuss erhöht.

Bei einer verdeckten Einlage müssen vier Voraussetzungen kumulativ, also sämtlich, erfüllt sein. Es muss sich handeln um (R 8.9 I 1 KStR) 

– einen einlagefähigen Vermögensvorteil,

– der von einem Gesellschafter oder einer ihm nahestehenden Person der Körperschaft

– außerhalb der gesellschaftsrechtlichen Einlagen zugewendet wird und zusätzlich 

– diese Zuwendung durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst ist. 

Zunächst einmal muss es sich um einen einlagefähiger Vermögensvorteil handeln. 

LAMBERT-METHODE:

Dieser Punkt ist in Prüfungen im allgemeinen der schwerste bzw. die Standardfalle des Klausurenstellers.

Ein Vermögensvorteil ist einlagefähig, wenn entweder die Aktivseite des Einlegers erhöht bzw. die Passivseite gemindert wird (H 8.9 Einlagefähiger Vermögensvorteil EStH).

Beispiel:

Der Fritz, alleiniger Anteilseigner der Fritz-AG, schenkt der X-AG ein Grundstück im Wert von 100.000 €.

Es liegt ein einlagefähiger Vermögensvorteil vor, denn die Aktivseite der Bilanz der Fritz-AG wird erhöht in Höhe von 100.000 €.

Beispiel:

Fritz, alleiniger Anteilseigner der Fritz-AG, hatte vor einigen Jahren der Fritz-AG ein Darlehen erteilt in Höhe von 30.000 €. Da die geschäftliche Lage der Fritz-AG derzeit äußerst schlecht ist, schenkt der Fritz der Fritz-AG das Darlehen, verzichtet also auf die Rückzahlung.

Es liegt ein einlagefähiger Vermögensvorteil vor, denn die Passivseite der Fritz-AG vermindert sich um 30.000 €, denn die Verbindlichkeit gegenüber Gesellschaftern vermindert sich in der Bilanz der Fritz-AG.

Schwierig an der Einlagefähigkeit des Vermögensvorteil ist oftmals, zu erkennen, ob wirklich die Aktivseite erhöht bzw die Passivseite vermindert wird. Dies ist bei bloßen Nutzungsvorteilen nämlich insbesondere nicht der Fall. Ein bloßer Nutzungsvorteil führt deshalb nicht zu einer verdeckten Einlage.

Beispiel:

Fritz, alleiniger Anteilseigner der Fritz-AG, hatte vor einigen Jahren der Fritz-AG ein Darlehen erteilt in Höhe von 30.000 €. Es wurde ein zu zahlender Zins vereinbart in Höhe von 3 % pro Jahr. Üblich wäre ein Zinssatz von 8 % gewesen.

Es handelt sich in diesem Fall um einen bloßen Nutzungsvorteil in Höhe von (0,08 – 0,03)*30.000 = 0,05*30.000 = 1.500 €. Der Betrag von 1.500 € führt nicht zu einer Erhöhung der Aktivseite und auch nicht zu einer Verminderung der Passivseite. Es handelt sich damit nicht um einen einlagefähigen Vermögensvorteil und also auch nicht um eine verdeckte Einlage.

Wichtig ist insbesondere auch, dass die verdeckte Einlage eines Wirtschaftsguts in das Betriebsvermögen einer Kapitalgesellschaft auf der Ebene des Gesellschafters grundsätzlich zu einer nachträglichen Erhöhung der Anschaffungskosten auf die Beteiligung an dieser Gesellschaft führt (H 8.9 Behandlung beim Gesellschafter EStH).

Beispiel:

Der Gesellschafter Fritz ist mit 30.000 € an der Fritz-AG aus Gütersloh beteiligt. Er verzichtet im Jahr 2021 wirksam auf ein vormals von ihm an die Fritz-AG hingegebenes Darlehen in Höhe von 40.000 €. 

Die Anschaffungskosten des Fritz an seiner Beteiligung an der AG steigen damit um 40.000 € auf 70.000 €.

Die Bewertung einer verdeckten Einlage erfolgt grundsätzlich mit ihrem Teilwert (R 8.9 IV 1 KStR). 

Wichtig ist auch, das die Zuwendung durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst ist. Dies ist der Fall, wenn ein Nichtgesellschafter bei Anwendung der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns den Vermögensvorteil der Gesellschaft nicht eingeräumt hätte, dies ist durch einen Fremdvergleich festzustellen (R 8.9 III 2 KStR).

Weiterhin ist es wichtig, dass der einlagefähige Vermögensvorteil außerhalb der gesellschaftsrechtlichen Einlagen zugewendet wird.

Beispiel:

Bei der X-AG aus Berlin ist das Gesellschaftskapital vollständig einbezahlt. Eine Gewinnausschüttung für das Jahr 2020 wird im Februar an die Gesellschafter überwiesen. Weil die Geschäfte im Mai 2021 äußerst schlecht laufen, wird die erhaltene Dividende in voller Höhe noch im Mai 2021 an die Gesellschaft zurückbezahlt.

Die Rückzahlung beruht nicht auf einem den gesellschaftsrechtlichen Vorschriften entsprechenden Gewinnverteilungsbeschluss. Sie ist zwar von der Gesellschaft, genauer gesagt ihren Gesellschaftern, beschlossen worden, beruht aber nicht auf den gesellschaftsrechtlichen Vorschriften, sondern ist außerhalb dieser gesellschaftsrechtlichen Vorschriften vereinbart wurden. 

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