Passive latente Steuern

Bei passiven latenten Steuern ist es so, dass anfänglich der handelsrechtliche Jahresüberschuss größer ist als der steuerrechtliche Jahresüberschuss und sich dieses Vorzeichen automatisch (temporäre Differenzen) umdreht im Laufe der Zeit. Passive latente Steuern müssen passiviert werden (§ 274 I 1 HGB), aktive latente Steuern hingegen dürfen aktiviert werden. 

Beispiel:

Im Januar 2020 wird eine Maschine für 2.000 € angeschafft, welche eine handelsrechtliche Nutzungsdauer von acht Jahren und eine steuerrechtliche Nutzungsdauer von fünf Jahren aufweist. Die Abschreibungen werden linear vorgenommen, der Grenzsteuersatz der Unternehmung liegt bei 30 %.

Berechne die latenten Steuern der Jahre 1 bis 5.

Handelsrechtlich wird in den acht Jahren der Nutzungsdauer jeweils 2.000/8 = 250 €  planmäßig abgeschrieben, steuerrechtlich hingegen innerhalb von fünf Jahren lediglich 2.000/5 = 400 €. In den ersten fünf Jahren liegt damit der handelsrechtliche Jahresüberschuss um 400 – 250 = 150 € oberhalb des steuerrechtlichen Jahresüberschusses. Diese Differenz kehrt sich in den letzten drei Jahren der handelsrechtlichen Nutzungsdauer um, dort liegt der handelsrechtliche Jahresüberschuss um 250 € unterhalb des steuerrechtlichen. Bei einem Steuersatz von 30 % ist damit in den Jahren eins bis fünf eine passive latente Steuer zu bilden in Höhe von 0,3*150 = 45 €, in den Jahren sechs bis acht hingegen wird eine aktive latente Steuer gebildet von 0,3*250 = 75 €.

Nicht nur gleichen sich die Differenzen der Jahresüberschüsse aus, sondern auch die latenten Steuern selbst kommen zum Ausgleich, denn 5*45 = 225 € und 3*75 = 225 €. 

Allgemein lässt sich bezüglich der Nutzungsdauer sagen, dass wenn die handelsrechtliche Nutzungsdauer größer ist das die steuerrechtliche, dass dann handelsrechtlich weniger abgeschrieben wird anfänglich und dass anfänglich der Jahresüberschuss größer sein wird als der steuerrechtliche. Die Differenz kehrt sich um, es liegt mithin eine temporäre Differenz vor und es ist anfänglich eine passive latente Steuer zu bilden (§ 274 I 1 HGB).

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