Prinzip der Werterhellung

Wenn etwas vor dem Bilanzstichtag passiert, aber erst nach dem Bilanzstichtag, aber vor dem Bilanzerstellungstag dem Bilanzierenden bekannt wird, so muss dieser die Information schon im alten Jahresabschluss berücksichtigen (§ 252 I Nr. 4 HGB). Man spricht vom Prinzip der Werterhellung (= Werterhellungsprinzip, Prinzip der Wertaufhellung, Wertaufhellungsprinzip).

Beispiel:

Die X-AG aus Berlin hat im Jahre 2021 noch Forderungen in Höhe von 13.000 € gegen die Y-AG. Am 28.12.2021 muss die Y-AG Insolvenz anmelden, was der X-AG erst am 31.12.2022 bekannt wird. Der Jahresabschluss wird bei der X-AG stets Ende März für das Vorjahr erstellt.

Nach dem Prinzip der Werterhellung ist die neue Tatsache schon im alten Jahresabschluss, also im Jahre 2021, von der X-AG zu berücksichtigen. Es ist ja so, dass am Ende des Jahres 2021 die Forderung gegen die Y-AG nicht mehr werthaltig war. Dieses war zwar der X-AG zu jenem Zeitpunkt nicht bekannt, aber inhaltlich war es so.

Beispiel:

Die X-AG aus Berlin hat im Jahre 2021 noch Forderungen in Höhe von 13.000 € gegen die Y-AG. Am 28.12.2021 muss die Y-AG Insolvenz anmelden, was der X-AG erst am 31.4.2022 und damit einen Monat nach Bilanzerstellung für das Jahr 2021 bekannt wird. 

Die neue Tatsache der Insolvenz war am Jahresende des Jahres 2021 bereits  gegeben und wurde dem Gläubiger erst nach Erstellung des Jahresabschlusses für 2021 bekannt. Der Jahresabschluss wird nicht mehr verändert, die Information wird nicht mehr im Jahresabschluss 2021 berücksichtigt, sondern erst im Folgejahr 2022.

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