Realisationsprinzip

Das Realisationsprinzip bedeutet, dass ein Ertrag erst dann als solcher, also als Ertrag, anzusetzen ist, wenn er realisiert ist und nicht etwa schon vorher.

Beispiel:

Der Kursanbieter Daniel L. aus Berlin bietet einen Präsenzkurs für einen Preis von 300 € pro Teilnehmer im Fach Buchführung an. Eine kostenfreie Abmeldung ist bis sieben Tage vor Kursbeginn möglich, danach ist die volle Kursgebühr zu zahlen.

Der Ertrag wird vom Kursanbieter Daniel L. in jenem Moment realisiert, in dem die Gefahr des zufälligen Untergangs auf den Nachfrager übergeht. Dies ist genauer gesagt sieben Tage vor Kursbeginn der Fall, wenn also ein kostenfreies Abspringen vom Kurs nicht mehr möglich ist.

Beispiel: 

Der Produzent Calle L. aus Düsseldorf produziert hochwertige Maschinenteile. Am 7.12.2020 wird ein Kaufvertrag mit dem Kunden Martin Mix aus Neuss abgeschlossen über den Kauf von vier Maschinenteilen. Die Lieferung erfolgt am 12.12.2020, die Bezahlung  erfolgt am 16.12 2020.

Fraglich ist also, wann der Ertrag durch Calle L. realisiert ist: mit Abschluss des Kaufvertrags am 7.12., mit Lieferung am 12.12. oder doch erst mit Bezahlung der Ware am 16.12.2020?

Die Antwort ist, dass der Ertrag dann als realisiert gelten kann, wenn die Gefahr des zufälligen Untergangs auf den Kunden übergeht. Dies dürfte regelmäßig bei Lieferung der Fall sein, muss aber nicht, dies ist vielmehr von den jeweiligen Vertragsausgestaltungen abhängig. Im vorliegenden Fall dürfte deshalb die Ertragsrealisierung am 12.12. mit der Lieferung durch Calle L. an den Kunden möglich sein.

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