Sach­an­la­gen – Leasing

Aufwendiges Thema in der Prüfung - Leasing

Lea­sing ist eine spe­zi­el­le Form der Mie­te, bei der mög­li­cher­wei­se eine Kauf­op­ti­on oder eine Miet­ver­län­ge­rungs­op­ti­on exis­tiert. Frag­lich ist, ob der Lea­sing­neh­mer oder der Lea­sing­ge­ber das geleas­te Wirt­schafts­gut zu akti­vie­ren hat. Dies wird ent­schie­den durch den Lea­sing­er­lass. Wir bespre­chen ihn und die buch­hal­te­ri­schen Kon­se­quen­zen an einem

Bei­spiel:

Die Pro­duk­ti­ons-GmbH aus Wan­ne-Eickel least eine Maschi­ne bei der Lea­sing-AG aus Dort­mund. Die Lea­sing-AG lässt die Maschi­ne extra für die Pro­duk­ti­ons-GmbH  bei der Z‑AG aus Düs­sel­dorf anfer­ti­gen. Die Anschaf­fungs­kos­ten der Lea­sing-AG lie­gen bei 2.100.000 €, die Maschi­ne hat eine Nut­zungs­dau­er von acht Jah­ren. Mit der Pro­duk­ti­ons-GmbH wird eine Lea­sing­lauf­zeit von sechs Jah­ren ver­ein­bart, die Lea­sing­ra­te liegt bei 400.000 € jähr­lich, außer­dem erfolgt eine Son­der­zah­lung der Pro­duk­ti­ons-GmbH in Höhe von 100.000 €. Am Ver­trags­en­de hat die Pro­duk­ti­ons-GmbH die Opti­on, die Maschi­ne zu kau­fen zu einem Preis von 40.000 €. Bis­her wur­de von der Pro­duk­ti­ons-GmbH gebucht

Sons­ti­ger betrieb­li­cher Auf­wand 100.000 €  an Bank­gi­ro 100.000 €.

Wir gehen das The­ma Lea­sing anhand der fol­gen­den Vor­ge­hens­wei­se durch.

LAMBERT-KOCHREZEPT LEASING:

  1. Wer muss den Lea­sing­ge­gen­stand akti­vie­ren? Der Lea­sing­neh­mer oder der Lea­sing­ge­ber? LAMBERT-TIPP: in den Klau­su­ren ist es meis­tens der Lea­sing­neh­mer, da dann die Auf­ga­be deut­lich schwie­ri­ger ist als wenn die Akti­vie­rungs­pflicht beim Lea­sing­ge­ber läge. Zur kor­rek­ten Ent­schei­dung vgl. den Lea­sing­er­lass vom 19.4.1971, III und ent­schei­de, in wel­chem Fall man sich befin­det (mehr hier­zu im Video unten)
  2. Gehe im Fol­gen­den davon aus, dass das geleas­te Wirt­schafts­gut beim Lea­sing­neh­mer zu akti­vie­ren ist.
  3. Die ers­te Bewer­tung des geleas­ten Wirt­schafts­guts erfolgt zu sei­nen Anschaf­fungs­kos­ten. Wei­ter­hin ist eine Ver­bind­lich­keit in der­sel­ben Höhe auszuweisen.
  4. Für die Fol­ge­be­wer­tung das geleas­ten Wirt­schafts­guts wird die plan­mä­ßi­ge Abschrei­bung gebil­det durch Divi­si­on der Anschaf­fungs­kos­ten durch die Nut­zungs­dau­er des Wirt­schafts­guts. Es resul­tiert der Bilan­z­an­satz des geleas­ten Wirt­schafts­guts am Jahresende.
  5. Als­dann wird die Lea­sing­ra­te pro Jahr auf­ge­teilt auf

- einen Auf­wands­an­teil (=  Zins- und Kos­ten­an­teil) und

- einen Til­gungs­an­teil der Verbindlichkeit.

  1. Der Zins- und Kos­ten­an­teil berech­net sich ins­ge­samt (!) als

Zins- und Kostenanteil_insg. = Sum­me der Lea­sing­ra­ten –  Anschaf­fungs­kos­ten des Wirtschaftsguts.

  1. Der Zins- und Kos­ten­an­teil des ers­ten Jah­res ist dann aus dem Zins- und Kos­ten­an­teil ins­ge­samt durch Her­an­zie­hung der Zins­staf­fel­me­tho­de zu kalkulieren:

Zins- und Kostenanteil_erstes Jahr = Zins- und Kostenanteil_insg.*(n/(1 + 2 + 3 + … + n)

  1. Für das ers­te Jahr berech­net sich dann der Til­gungs­an­teil als Dif­fe­renz aus der Lea­sing­ra­te des ers­ten Jah­res und dem Zins- und Kos­ten­an­teil des ers­ten Jah­res. Man erhält dar­aus die Zer­le­gung der Lea­sing­ra­te aus Schritt 5.
  2. Der Bilan­z­an­satz der Ver­bind­lich­keit am Ende des ers­ten Jah­res kal­ku­liert sich als Erst­be­wer­tung der Ver­bind­lich­keit abzgl. der Til­gungs­ra­te des ers­ten Jahres.
  3. Eine mög­li­che Son­der­zah­lung wird in einen akti­ven Rech­nungs­ab­gren­zungs­pos­ten gebucht, denn es han­delt sich um eine Aus­ga­be im jet­zi­gen Jahr und einen Auf­wand in einer bestimm­ten Zeit der Zukunft.
  4. Auch der akti­ve Rech­nungs­ab­gren­zungs­pos­ten wird sodann abge­schrie­ben mit der Zins­staf­fel­me­tho­de. Die Abschrei­bung des ers­ten Jah­res liegt bei

AB1 = ARAP*n/(1 + 2 + 3 + … + n),

die Abschrei­bung des zwei­ten Jah­res ent­spre­chend bei

AB2 = ARAP*(n – 1)/(1 + 2 + 3 + … + n) usw. 

Man rech­net folg­lich hier folgendermaßen.

1. Zunächst ist zu ent­schei­den, wer die Maschi­ne akti­vie­ren muss. Da es sich um Spe­zi­al­lea­sing han­delt, muss hier der Lea­sing­neh­mer akti­vie­ren (vgl. Lea­sing­er­lass vom 19.4.1971, III 4 „Ver­trä­ge über Spezial-Leasing“).

Der Schritt 2 ent­fällt hier kla­rer­wei­se. Tat­säch­lich erfolgt die Akti­vie­rung des Lea­sing­ge­gen­stands beim Lea­sing­neh­mer.

3. Die Maschi­ne wird erst­be­wer­tet zu ihren Anschaf­fungs­kos­ten, also zu 2.100.000 €. Da die Sum­me der Lea­sing­ra­ten bei Summe_Leasingraten = 6*400.000 = 2.400.000 € liegt und die­ser Wert grö­ßer ist als die Anschaf­fungs­kos­ten von 2.100.000 €, han­delt es sich um ein Full- Pay­ment Lea­sing. gebucht wird hier

tech­ni­sche Anla­gen und Maschi­nen 2.100.000 € an Ver­bind­lich­kei­ten aus Lie­fe­run­gen und Leis­tun­gen 2.100.000 €.

alter­na­tiv wäre übri­gens auch mög­lich der Buchungssatz

tech­ni­sche Anla­gen und Maschi­nen 2.100.000 €

akti­vi­sche Rech­nungs­ab­gren­zungs­pos­ten 300.000 € an  Ver­bind­lich­kei­ten aus Lie­fe­run­gen und Leis­tun­gen 2.400.000 €.

4. Für die Fol­ge­be­wer­tung der Maschi­ne wird die plan­mä­ßi­ge Abschrei­bung aus­ge­rech­net als AB1 = AK/ND = 2.100.000/8 = 262.500 €. Der Bilan­z­an­satz am 31.12. des ers­ten Jah­res liegt damit bei RBW1 = 2.100.000 – 262.500 – 1.837.500 €.

5. Die Lea­sing­ra­te von jähr­lich 400.000 € ist nun zu zer­le­gen in einen

- Zins- und Kos­ten­an­teil und in einen

- Til­gungs­an­teil

6. Der Zins- und Kos­ten­an­teil ins­ge­samt wird aus­ge­rech­net als Dif­fe­renz aus der Sum­me der Lea­sing­ra­ten und den Anschaf­fungs­kos­ten, also als

Zins- und Kos­ten­an­teil ins­ge­samt = Sum­me Lea­sing­ra­ten – Anschaf­fungs­kos­ten = 6*400.000 – 2.100.000 = 2.400.000 – 2.100.000 = 300.000 €.

7. Der Zins- und Kos­ten­an­teil des ers­ten Jah­res liegt damit bei

Zins- und Kostenanteil_Jahr1

= Zins- und Kostenanteil_insg.*(n/(1 + 2 + … + n))

= 300.000*(6/(1 + 2 + … + 6))

= 300.000*(6/21)

= 85.714,29 €.

8. Der Til­gungs­an­teil des ers­ten Jah­res beträgt damit Tilgung_Jahr1 = Lea­sing­ra­te Jahr 1 – Zins- und Kos­ten­an­teil Jahr 1 = 400.000 – 85.714,29 = 314.285,71 €. Damit lau­tet die Zer­le­gung der Lea­sing­ra­te aus Schritt 5 dann: Lea­sing­ra­te = 400.000 €,

- davon Zins- und Kos­ten­an­teil 85.714,29 € und

- Til­gungs­an­teil 314.885,71 €.

9. Die Ver­bind­lich­keit aus Lie­fe­run­gen und Leis­tun­gen beträgt damit am Ende des Jah­res nur noch 2.100.000 – 314.285,71 = 1.785.714,29 €.

Der Buchungs­satz lautet

Zins und ähn­li­che Auf­wand 85.714,29 €

Ver­bind­lich­kei­ten aus Lieferungen

und Leis­tun­gen 314.285,71 € an  Bank­gi­ro 400.000 €

10. Die Son­der­zah­lung wird als akti­ver Rech­nungs­ab­gren­zungs­pos­ten ein­ge­bucht zu 100.000 € und mit der Zins­staf­fel­me­tho­de abge­schrie­ben. Die Abschrei­bung des  ers­ten Jah­res liegt bei

Abschreibung_1 = ARAP*n/(1 +  2 + … + n) = 100.000*6/(1 + 2 + … + 6) = 100.000*6/21 = 28.571,43 €.

11. Der Rest­buch­wert des akti­vi­schen Rech­nungs­ab­gren­zungs­pos­ten am Jah­res­en­de beträgt damit noch RBW1 = ARAP – Abschreibung_1 = 100.000 – 28.571,43 = 71.428,57 €.

Der Kor­rek­tur­bu­chungs­satz zur Auf­ga­ben­stel­lung lau­tet damit

Zins und ähn­li­cher Auf­wand 28.571,43 €

akti­vi­sche Rech­nungs­ab­gren­zungs­pos­ten 71.428,57 €     an sons­ti­ge betrieb­li­cher Auf­wand 100.000 €.

Wie ent­schei­det man, wer (Lea­sing­ge­ber oder Lea­sing­neh­mer) den Lea­sing­ge­gen­stand akti­viert? Die­ses Video beant­wor­tet Schritt 1 des o.e. Koch­re­zepts, also Lea­sing­er­lass v. 19.4.1971, III „Steu­er­li­che Zurech­nung des Lea­sing-Gegen­stan­des

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Wie ver­fährt man, wenn der Lea­sing­neh­mer den Lea­sing­ge­gen­stand akti­viert? Unbe­dingt den Lea­sing­er­lass v. 19.4.1971 besor­gen (spe­zi­ell hier V „Bilanz­mä­ßi­ge Dar­stel­lung von Lea­sing-Ver­trä­gen bei Zurech­nung des Lea­sing-Gegen­stan­des beim Lea­sing-Neh­mer“ lesen …), damit Du die­sem Video fol­gen kannst …

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