3. Sachanlagen

Unter Sachanlagen fassen wir nach § 266 II A II HGB  zusammen

– Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und bauten einschließlich der Bauten auf fremden Grundstücken

– technische Anlagen und Maschinen

– andere Anlagen, Betriebs und Geschäftsausstattung

– geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau

Wie trennen wie üblich auf in Ansatz, Ausweis und Bewertung. 

Beispiel:

Die X-AG aus München kauft eine Maschine am 2.5.2021 für einen Betrag von 10.000 € (netto). Weiterhin muss ein Fundament für die Maschine geschaffen werden, was weitere 200 € verursacht. Zusätzlich dazu wird ein eigener Mitarbeiter für die Montage der Maschine abgestellt. Diese erhält im relevanten Zeitraum ein Gehalt in Höhe von 2.000 €. Die Maschine hat eine Nutzungsdauer von fünf Jahren. 

Wie erfolgt der Bilanzausweis am 31.12.2021?

Zunächst ist der Ansatz zu klären. Nach dem Vollständigkeitsgebot des § 246 I 1 HGB ist zu klären, ob es sich bei der Maschine um einen Vermögensgegenstand handelt. Sie, also die Maschine, ist 

–  selbstständig bewertbar,

–  selbstständig verwertbar und

– stiftet einen konkreten Nutzen.

Sie stellt deshalb einen Vermögensgegenstand dar und ist nach § 246 I 1 HGB abstrakt aktivierungsfähig. Da kein Aktivierungsverbot greift und auch kein Aktivierungswahlrecht ausnutzbar ist, ist die Maschine zusätzlich konkret aktivierungsfähig. Weiterhin gehört die Maschine zum Anlagevermögen (§ 247 II HGB), denn sie soll dauernd dem Geschäftsbetrieb dienen. Zum Ausweis ist zu sagen, dass die Maschine bei den Sachanlagen unter technische Anlagen und Maschinen auszuweisen ist (§ 266 II A II 2 HGB). 

Die Bewertung wiederum zerfällt in 

– Erst- und 

– Folgebewertung.

Bei der Erstbewertung ist der § 253 I 1 HGB (Höchstwertprinzip) zu erwähnen und außerdem, dass die Maschine zu Anschaffungskosten zu aktivieren ist. Dieser im § 253 HGB  noch unbestimmte Rechtsbegriff wird im § 255 I HGB konkretisiert.

Die Anschaffungskosten zerfallen hierbei in

– Anschaffungspreis,

– abzüglich Anschaffungspreisminderungen

— Rabatte und

– – ausgenutzte (!)  Skonti,

– zuzüglich Anschaffungsnebenkosten

– zuzüglich nachträglichen Anschaffungskosten.

Der Anschaffungspreis ist grundsätzlich netto zu ermitteln, es sei denn, dass die bilanzierende Unternehmung nicht vorsteuerabzugsberechtigt ist. Hiervon ist in der  vorliegenden Aufgabenstellung nichts zu erkennen. Die 200 € für das Fundament bilden Anschaffungsnebenkosten, denn unter Anschaffungsnebenkosten versteht man alles, was für die Schaffung eines betriebsbereiten Zustands notwendig ist. Die  2.000 € für den Mitarbeiter sind nicht Teil der Anfangskosten, denn nach § 255 I HGB sind nur Einzelkosten Teil der Anschaffungskosten. Da das Gehalt ohnehin an den Mitarbeiter ausgezahlt worden wäre, handelt sich mithin nicht um Einzelkosten und also nicht um Teil der Anschaffungskosten der Maschine. Die Anschaffungskosten ermittelt man also wie folgt:

Anschaffungskosten =  Anschaffungspreis – Anschaffungspreisminderungen +  Anschaffungsnebenkosten + nachträgliche Anschaffungskosten

 = 10.000 + 200 

= 10.200 €.

Für die Folgebewertung ist dann wichtig, ob der Vermögensgegenstand abnutzbar ist oder nicht. Sollte er abnutzbar sein, so unterliegt er einer planmäßigen Abschreibung (§ 253 III 1 HGB). Diese wird ermittelt durch die Formel  

planmäßige Abschreibung = (AK/HK – RBW)/n

Im vorliegenden Fall liegen die Anschaffungskosten bei 10.200 €, von einem Restbuchwert nach fünf Jahren ist nichts bekannt. Die planmäßige Abschreibung pro Jahr liegt damit bei

planmäßige Abschreibung = (10.000 – 0)/5 = 2.000 €. 

Wenn nun eine Einheitsbilanz erstellt werden soll, so ist zusätzlich eine monatsgenaue Abschreibung zu beachten (§ 7 I 4 EStG). Die Jahresabschreibung für das Jahr 2021 läge damit bei 

planmäßige Abschreibung_2021 = 2.000*(8/12) = 2.000*(⅔) = … €. 

 

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