Verlustrücktrag und -vortrag

Eine körperschaftsteuerliche Verlustverrechnung ist grundsätzlich 

– zunächst als Verlustrücktrag und 

– danach als Verlustvortrag 

nach § 10d EStG möglich.

Beispiel:

Im Jahre 2021 realisierte die X-AG aus Bochum einen Gesamtbetrag der Einkünfte in Höhe von -6.000.000 €. Im Jahr zuvor, also in 2020, lag der Gesamtbetrag der Einkünfte bei 3.000.000 €, in den Jahren 2022 bis 2024 sodann bei 4.000.000 €, 3.000.000 € und 8.000.000 €. 

Zunächst ist ein Verlustrücktrag im Jahr 2020 zu berücksichtigen in Höhe von bis zu einer 1.000.000 €. 

Danach (in den Jahren 2022 bis maximal 2024) erfolgen Verlustvorträge, und zwar

– unbeschränkt in Höhe von bis zu 1.000.000 € und

– beschränkt in Höhe von 60 % des um 1.000.000 € verminderten Gesamtbetrags der Einkünfte des jeweiligen Jahres.

Dies bedeutet für das Jahr 2022, dass von den verbliebenen 5.000.000 €, die noch zu verrechnen sind, 1.000.000 € unbeschränkt und 0,6*(4.000.000 – 1.000.000) = 0,6*3.000.000 = 1.800.000 € beschränkt als Verlustvortrag verrechnet werden können. Dies führt dazu, dass für die folgenden Jahre 2023 und 2024 lediglich noch 6.000.000 – Verlustrücktrag – Verlustvortrag_2022 = 6.000.000 – 1.000.000 + 1.000.000 + 1.800.000 = 6.000.000 – 3.800.000 = 2.400.000 € als Verlustvortrag zu verrechnen sind. 

Im Jahr 2023 folglich werden 1.000.000 € unbeschränkt und 0,6*(3.000.000 – 1.000.000) = 0,6*2.000.000 = 1.200.000 € beschränkt vorgetragen. Dies heißt, dass für das Jahr 2024 lediglich noch 2.400.000 – 1.000.000 – 1.200.000 = 200.000 € als Verlustvortrag zu verrechnen sind.

Im Jahr 2024 sind bis zu 1.000.000 € unbeschränkt als Verlustvortrag verrechenbar. Da das Verlustverrechnungspotential lediglich noch bei 200.000 € liegt, beträgt der tatsächlich verrechnete unbeschränkte Verlust im Jahre 2024 damit 200.000 €. 

Halten wir also fest (alle Angaben in Mio. €):

Position20202021202220232024
Gesamtbetrag der Einkünfte3-6433
-1 (unbs. Verlustrücktrag)
-1 (unbs. Verlustvortrag)
0,6*(4-1) = – 1.8 beschr. Verlustvortrag
– 1 (unbeschr. Verlustvortrag)
0.6*(3-1) = -1,2 
-0,2 (unbeschr. Verlustvortrag)
zu versteuerndes Einkommen201,20,82,8

 

SEE ALLAdd a note
YOU
Add your Comment
 

Über Uns

Wir bieten seit 1994 Unterricht für BWL, VWL, Statistik und Mathematik. Mit uns bereiten Sie sich optimal auf Ihre Prüfung vor - kurz, knapp und auf den Punkt gebracht. Sie haben bei uns die Möglichkeit der Gruppenkurse und des Einzelunterrichts, der Präsenzkurse und der Skriptsammlungen.

Wer ist Online?

Im Moment ist niemand online.