Klau­sur­be­spre­chung Exter­nes Rech­nungs­we­sen, Prü­fung von Prof. Jörn Litt­ke­mann, Auf­ga­be Jah­res­ab­schluss, Modul 31011, Fern­uni­ver­si­tät Hagen

In der Klau­sur vom 24.3.2020 (die tat­säch­lich wegen der Coro­na-Pan­de­mie erst deut­lich spä­ter geschrie­ben wur­de als an die­sem Tag) waren in der Auf­ga­be zum Jah­res­ab­schluss in der Auf­ga­be 7 ein Sach­ver­halt zu einem Kre­dit mit Dis­agio gege­ben gewe­sen. Der Kre­dit hat­te einen Nomi­nal­wert von 900.000 €, aus­ge­zahlt wur­den 94 %, zurück­zu­zah­len waren 102 %, der Kre­dit erstreckt sich über sechs Jah­re, der Nomi­nal­zins liegt bei 7 % und ist jähr­lich zahl­bar zum Jahresende. 

Frag­lich war zunächst in aa) der Bilan­z­an­satz des Dar­le­hens am Jah­res­en­de. Da es hier kei­nen Unter­schied gibt zwi­schen sich arm und sich reich rech­nen, son­dern viel­mehr ein Dar­le­hen mit sei­nem Erfül­lungs­be­trag zu pas­si­vie­ren ist (§ 253 I 2, 1. Altern. HGB), ist in bei­den Fäl­len in der Auf­ga­be aa) das Dar­le­hen mit 1,02*900.000 = 918.000 €  zu bilanzieren.

Außer­dem ging es in ab) um den Bilan­z­an­satz des Dis­agi­os und zwar jeweils wenn man sich 

- mög­lichst arm rech­net und wenn man sich 

- mög­lichst reicht rechnet.

Wenn man sich mög­lichst arm rech­net, so wird das Dis­agio nicht akti­viert, son­dern viel­mehr als Auf­wand in der aktu­el­len Gewinn- und Ver­lust­rech­nung auf­ge­führt. Ein  akti­vier­tes Dis­agio ist inso­fern bei die­ser Vari­an­te nicht vorhanden.

Wenn man sich mög­lichst reich rech­net, so geht man wie folgt vor.

LAMBERT-METHODE:

Sich mög­lichst reich zu rech­nen heißt, ein Akti­vie­rungs­wahl­recht aus­zu­nut­zen. Denn dadurch wird eine Zah­lung, wel­che ansons­ten als Zins­auf­wand zu ver­rech­nen wäre, gera­de nicht als Auf­wand in der Gewinn- und Ver­lust­rech­nung gebucht. Man bucht sich daher reicher.

Das Dis­agio liegt vor in Höhe von (1,02–0,94)*900.000  = 72.000 €. Die­ses wird also nach § 250 III 1 HGB  als akti­vi­scher Rech­nungs­ab­gren­zungs­pos­ten akti­viert und muss nach § 250 III 2 HGB  sodann auf die Lauf­zeit ver­teilt wer­den. Man erhält damit als Rest­buch­wert am Ende des Jah­res 72.000 – (72.000/6)*(9/12) = 72.000 – 9.000 = 63.000 €.

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Hier auch die Kom­plett­vor­be­rei­tung als Lam­bert-Webi­nar auf die Klau­sur Exter­nes Rech­nungs­we­sen für die Fern­uni Hagen, Modul 31011, abge­stimmt auf Prof. Litt­ke­mann, gibt es hier.

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  1. hier ist ein KOMMENTAR

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